1. Wie wenig
wir wissen
Wie kommt es, dass
die einen Unternehmen Erfolg haben und die anderen nicht? Trotz emsiger
Forschung ist unsere Wissenslandkarte von weißen Flecken übersät. Und die
meisten Studien zur Unternehmensperformance bewegen sich auf dem Niveau
pseudowissenschaftlicher Anekdoten.
2. Die
Cisco-Anekdote
Der Aufstieg von
Cisco Systems begann Ende der Neunzigerjahre mit einer brillanten Idee,
einer klaren Kundenorientierung und sinnvollen Firmenzukäufen. Als die Blase
platzte, stellte sich heraus, dass Cisco die Strategie verfehlt, Kunden
vergrault und die falschen Firmen geschluckt hatte. Im Licht einer
schlechteren Performance sah plötzlich alles anders aus.
3. Auf und Ab
mit ABB
In guten Zeiten
war ABB ein New-Age-Wunder mit vorbildlicher Firmenkultur, zukunftsweisenden
Organisationsstrukturen und einem Helden an der Spitze. Als das Unternehmen
beinahe kollabierte, verfügte es über eine uninspirierte Kultur, eine
chaotische Organisation und eine arrogante Führung. ABB hatte sich kaum
verändert – der Unterschied lag im Auge des Betrachters.
4.
Halo-Effekte, wohin das Auge blickt
Unser unternehmerisches Denken leidet allzu häufig unter dem
Halo-Effekt oder der Blendwirkung vermeintlicher Patentrezepte. Bei
vielen »ursächlichen« Faktoren einer guten Unternehmensperformance –
Firmenkultur, Führungsqualitäten und so weiter – handelt es sich in
Wirklichkeit um Begleit- und Folgeerscheinungen.
5. Gegenmittel Forschung?
Können uns wissenschaftliche Studien zur
Unternehmensperformance vor dem Halo-Effekt bewahren? Nur, wenn sie
performanceunabhängige Messkriterien berücksichtigen. Häufig enthalten sie
jedoch weitere Täuschungsquellen wie die Verwechslung von Korrelation und
Kausalität oder die Suche nach der einzig wahren Erklärung.
6. Auf der Suche nach Spitzenunternehmen … finden wir
Halo-Effekte
Zwei bekannte Bestseller, Auf der Suche nach
Spitzenleistungen und Immer erfolgreich, sind voller Beispiele
für den Halo-Effekt und weitere Täuschungsquellen wie den
ausschließlichen Siegervergleich, die Illusion wissenschaftlicher
Gründlichkeit und die Illusion vom anhaltenden Erfolg.
7. Eine Täuschung kommt selten allein
Spätere Studien wie beispielsweise Der Weg zu den Besten
präsentieren sich noch aufwendiger und ambitionierter; dafür finden sich
hier auch noch mehr Täuschungsquellen wie die Illusion der absoluten
Performance, die Verwechslung von Ursache und Wirkung und die
trügerische Metapher von den Naturgesetzen der Unternehmensführung.
8. Die Vermengung von Anekdote und Wissenschaft
Viele populäre Bücher zur Unternehmensführung halten
wissenschaftlichen Kriterien nicht stand und beziehen ihre Überzeugungskraft
vielmehr aus ihrem Anekdotencharakter. Sie inspirieren ihre Leser und machen
ihnen Mut. Dabei setzen sie jedoch häufig falsche Schwerpunkte und führen
die Manager auf gefährliches Glatteis.
9. Die Mutter aller Businesslösungen: Nimm zwei
Wie lautet das ultimative Performancerezept? Im Wesentlichen
verfügen wir über zwei Hebel: den strategischen Ansatz und seine operative
Umsetzung. Der hohe Unsicherheitsgrad in beiden Bereichen erklärt jedoch,
warum es keine Performancegarantie gibt und warum es so schwerfällt,
Erfolgsfaktoren zu isolieren.
10. Management ohne Kokosnusskopfhörer
Wie sieht Unternehmensführung ohne falsches Wunschdenken aus?
Umsichtige und vorausschauende Manager erhöhen ihre
Erfolgswahrscheinlichkeit, indem sie den Unsicherheitsfaktor akzeptieren und
bewusst in ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen.