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Die Formel des Glücks

Wie die Mathematik über Las Vegas und die Wall Street triumphierte

"Die Geschichte des Kelly-Systems ist eine Geschichte der Geheimnisse."

 

 

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Preis: EUR 29,90
 

Dieter Brandes: Einfach managen - Abstract bestellen!

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Bewertung (max. 10)

9

 

Review

Ich schlage Ihnen folgende Wette vor: In einer verdeckten Schale befinden sich zehn Kugeln. Sechs davon sind grün, vier sind rot. Wenn eine grüne Kugel gezogen wird, verdopple ich Ihren Einsatz, wenn allerdings eine rote zum Vorschein kommt, verlieren Sie Ihren Einsatz. Wie viel setzen Sie? Und wie viel setzen Sie jeweils, wenn wir mehrmals spielen?

Sie überlegen: Zuerst einmal ist das Spiel - wenn alles mit rechten Dingen zugeht, was hier vorausgesetzt werden soll - offensichtlich zu Ihren Gunsten. Wenn Sie alles, was Sie haben setzen, werden Sie allerdings auf lange Sicht trotzdem Pleite gehen, da irgendwann bestimmt eine rote Kugel gezogen wird. Auf der anderen Seite: Wenn Sie zu wenig setzen, nutzen Sie nicht die hervorragende Quote aus, die dieses Spiel bietet.

Untersuchungen zeigen, dass bei vergleichbaren Spielen selbst promovierte Akademiker zu einem Drittel auf Dauer verlieren und ein Drittel sogar bankrott geht. Wenn also selbst die Mehrzahl von intelligenten Menschen bei so einem todsicheren System langfristig Geld verliert, wie soll es denn erst an der Börse klappen? Aber vor allem, was macht das verbleibende Drittel richtig?

Diese Frage stellte sich bereits in den fünfziger Jahren ein junger Angestellter der legendären Bell-Labs in den USA. Sein Name: John L. Kelly. Der Ausgangpunkt seiner Untersuchungen war die damals noch sehr junge Informationstheorie von Claude Shannon, welche bereits rege Anwendung bei Datenübertragungsalgorithmen fand. Da dies einer der Forschungsschwerpunkte der Bell Labs war, war Kelly mit dieser Theorie wohl vertraut. Genauso wie die Informationstheorie sich nicht für den Inhalt der Nachricht, sondern nur für deren statistische Charakteristika interessiert, genauso baute Kelly sein System auf: Es war ihm letztlich egal, ob es um Kugelziehen, Pferdewetten, Black-Jack oder Finanzmärkte ging. Was ihn einzig und allein interessierte war, wie viel man einsetzten sollte, um seinen Gewinn auf lange Sicht zu maximieren – unter der Bedingung, dass die Aussichten letztlich unsicher sind. Und das lässt sich auf fast alles anwenden, denn so richtig sicher ist ja weniges im Leben.

Seither haben viele Menschen mit Hilfe dieses Systems Geld verdient: Beim Blackjack, bei Pferdewetten und über Hedge-Fonds, welche es im Riskomanagement einsetzen. Der bekannte Wissenschaftsjournalist Poundstone (zwei Pulitzer Prize-Nominierungen) erzählt damit in diesem Buch die wohl tatsächlich bisher so „noch nicht erzählte Geschichte des wissenschaftlichen Wettsystems, welches die Casinos und Wall Street übertrumpfte“ (so der englische Untertitel). Spannend wie ein guter Roman, tiefgehend recherchiert und wissenschaftlich fundiert. Da nimmt es kein Wunder, dass in den USA die Anzahl der Blog-Einträge, welche sich auf den neuen Poundstone beziehen, explodieren und sich auch bei uns die Artikel zur Kelly-Formel in der Fachpresse häufen.

Und jetzt wollen Sie bestimmt noch wissen, wie viel man denn bei der eingangs beschriebenen Wette setzten sollte. Die Formel selbst wird hier nicht verraten, aber in diesem Fall sind es jeweils (nur) 20% Ihres zur Verfügung stehenden Kapitals. Hätten Sie es gewusst? Ich hätte tatsächlich mit Ihnen wetten sollen!

Chefredakteur Dr. Holger von Jouanne-Diedrich
Diese Rezension erschien in leicht abgewandelter Form am 13. Juni 2008 auch in der Financial Times Deutschland (FTD)

 

Zielgruppe

Alle, die Einblicke erhalten möchten, wie man mit Hilfe mathematischer und physikalischer Erkenntnisse die Finanzmärkte schlagen und bei Glückspielen gewinnen kann.

 

Inhalt

Prolog: Die Nachrichtenagentur

Entropie

Blackjack

Arbitrage

Die St. Petersburg Lotterie

RICO

Hochgegangen

Signal und Rauschen

 

Autoreninfo

William Poundstone hat neun Sachbücher verfasst, von denen zwei (»Im Labyrinth des Denkens« und »The Recursive Universe: Cosmic Complexity and the Limits of Scientific Knowledge«) für den Pulitzer-Preis nominiert wurden.

 

Schlagwörter

Finanzen / Geldanlage / Finanzmärkte / Börse / Investment / Spekulation / Glücksspiel / Kelly-Kriterium / Kelly-Formel / Entropie / Information / Informationstheorie / Shannon / Ed Thorp / Shannons Dämon / Rebalanced Portfolio / Hedge-Fonds / den Markt schlagen