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Die Netokraten

Die neue Leistungselite und das Leben nach dem Kapitalismus

"Wäre Karl Marx noch am Leben, hätte er dieses Buch geschrieben."

 

 

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Preis: EUR 24,90
 

 
Bewertung (max. 10)

9

 

Review

Was zeichnet ein gutes wirtschafts- und gesellschaftsanalytisches Buch aus? Dass es auch noch über den Tag hinaus mit seinen Analysen trifft und Strukturen sowie Entwicklungen prägnant erklären kann. In dieser Hinsicht ist das provokante Buch vom Autorenduo Bard und Söderqvist ein hervorragendes Stück kritischer Gegenwarts-, aber insbesondere Zukunftsliteratur.

Die Nagelprobe hat es bereits bestanden, denn die erste Auflage kam schon im Jahre 2000 heraus. Und wie sich im Laufe der Evolution die besser angepassten Lebewesen nach und nach ihren Platz in der Erdgeschichte sicherten, so ist dieses Buch in einer Art kulturellem Überlebenskampf, bei der bereits viele andere Titel ob ihrer offensichtlich mangelhaften Aussage- und Erklärungsfähigkeiten auf der Strecke blieben, endlich auch bei uns in frischer Übersetzung angekommen.

Die Kernthese ist dabei nicht eigentlich neu, jedoch noch nie so analytisch sauber durchdacht, insbesondere auch zu Ende gedacht sowie so prägnant formuliert worden. Es geht um eine sich entwickelnde Netzelite, die so genannten Netokraten. Diese verstehen es, sich in Netzwerken, insbesondere dem Internet, immer wieder neu so zu organisieren, dass sie mehr und mehr und am Ende die gesamte Macht an sich reißen. Die neue Herrschaftsform wird daher auch nach ihnen benannt: Netokratie.

Ihnen gegenüber steht das so genannte Konsumtariat, eine immer mehr von Verblödung geprägte neue Unterschicht, die als Fast-Food fressende Coach-Potatoes vor sich hin vegetieren. Alles andere, was täglich über Funk- und Fernsehen (als Medien von gestern) läuft, ist entweder geschickte Medieninszenierung, meistens jedoch nicht mehr als unwichtiges Rauschen, in jedem Falle aber Ablenkung von den tatsächlichen (Macht-)Verhältnissen.

Die Analyse bewegt sich dabei nicht zufällig in der tabuisierten Sozio-Logik von gesellschaftlichen Schichten, ja sogar Klassen. Beide Autoren, obzwar klassische Wirtschaftswissenschaftler, nehmen für sich einen marxistischen Hintergrund in Anspruch. Nun war Marx ja alles andere als dumm und hatte auf die weitere Entwicklung der Weltgeschichte einen offensichtlich nicht wegzudiskutierenden Einfluss, d.h. alleine wegen dieses quer-denkerischen Ansatzes lohnt sich die Lektüre - und sei es auch nur, um seinen Gegner zu kennen, den es zu widerlegen gilt.

Doch auch wem der Grundtenor des Buches nicht passen mag, es gibt einen weiteren Grund es zu lesen: Kein anderes aktuelles Buch zum Thema ist so durchsetzt mit zutreffenden Kurzanalysen, die Zusammenhänge und Muster aufzeigen, welche so nirgendwo sonst zu bekommen sind. Was man mit diesen Puzzleteilen anstellt und welches Bild sie letztlich in Summe ergeben, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Fazit: Ein großer Wurf, aber fangen muss jeder alleine.

 

Zielgruppe

Alle, die sich für die weitere Entwicklung der (Informations-)Gesellschaft interessieren.

 

Inhalt

• Technologie als Motor der Geschichte

• Feudalismus, Kapitalismus und Informationalismus

• Plurarchische Gesellschaft: der Tod des Etatismus und die Krise der Demokratie

• Information, Propaganda und Unterhaltung

• Kuratoren, Nexialisten und Eternalisten: Die Netokraten und ihre Weltsicht

• Globalisierung, der Tod der Massenmedien und das Wachstum des Konsumtariats

• Die neue Biologie und die netokratische Ethik

• Die Todeszuckungen der Kollektivität, das Ende des Individuums und das virtuelle Subjekt

• Netzwerkpyramiden: attentionale Machthierarchien

• Sex und Tribalismus, virtuelle Erziehung und die Ungleichheit des Gehirns

• Hinter Mauern: netokratischer Bürgerkrieg und virtuelle Revolutionäre

 

Autoreninfo

Alexander Bard ist Autor, Musiker, Talkshow-Moderator und Berater der schwedischen Regierung. International bekannt wurde er als Produzent, Songschreiber und Komponist sowie als Gründer des Independent-Labels Stockholm Records. Der Wirtschafts- und Politikwissenschaftler gründete die Band Army of Lovers und tourt aktuell mit den Bodies Without Organs.

Jan Söderqvist ist Autor, Fernseh- und Radioproduzent sowie Filmkritiker bei der schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet. Er lebt in Stockholm.

 

Schlagwörter

Wirtschaft / Gesellschaft / Soziologie / Kapitalismus / Marxismus / Dialektik / Netokratie / netokratisch / Informationalismus / Attentionalismus / Nexus / Kuratoren / Konsumtariat / Prekariat / Unterschicht / Dividuum / Dividuen / Queer Culture / Mobilisten