Dass Computer eigentlich dumme Rechenknechte sind, wissen wir alle. Doch
warum ist das so, fragt Peter Krieg. Schließlich werden ja nicht
unerhebliche Ressourcen in die Entwicklung neuer Computergenerationen
gesteckt, doch die Ergebnisse sind eher ernüchternd: Die Rechner werden zwar
immer schneller, aber sie bleiben dumm.
Es
stimme etwas Grundsätzliches nicht an der Funktionsweise von Computern,
behauptet Krieg und greift dafür tief in die Entwicklungsgeschichte der
Datenverarbeitung, in die Philosophie und die Wissenschaftstheorie. Nicht
immer ganz leicht zu verstehen, aber immer spannend. Kern seiner Aussagen:
Das heutige Computerparadigma basiert auf der kompromisslosen Anwendung
klassischer logischer Prinzipien, d.h. zum Beispiel auf der Deduktion, also
der Ableitung besonderer Sachverhalte aus allgemeinen.
Eines der
bekanntesten Beispiele hierzu lautet: Wenn alle Menschen sterblich sind und
Sokrates ein Mensch ist, so muss er ebenfalls sterblich sein. Logisch!
Allerdings nicht genug, um die Welt vollends zu verstehen, denn wenn es nur
Deduktion gäbe, würde sich alles am Ende auf nur ein Allgemeines beziehen;
es könnte nichts daneben geben. In der realen Welt, in der wir leben, gibt
es jedoch sehr viele verschieden Dinge, die sich nicht unbedingt immer nur
auf eine einzige Sache zurückführen lassen. Krieg argumentiert, dass sich
nur bei psychisch kranken, paranoiden Menschen, das gesamt Leben um eine
Sache dreht: sei es eine Weltverschwörung oder die Zahl 23. Aus dieser
Analogie erklärt sich auch der auffällige Titel.
Krieg legt überzeugend dar, stellenweise mit etwas viel Pathos, dass es
einer "neuen Logik" bedürfe, einer Logik, welche mehrere Konzepte
gleichberechtigt nebeneinander bestehen ließe, einer so genannten
"Polylogik". Praktischerweise hat er dazu auch gleich noch ein Unternehmen
gegründet, welche einen derartigen Ansatz verfolgt. Wozu der neuen Ansatz,
der im Buch ausführlich entwickelt wird, am Ende führen wird, ob vielleicht
gar zu "echten" Denkmaschinen, lässt sich aus heutiger Sicht natürlich nicht
abschätzen. Was aber gesagt werden muss, ist, dass dieses Buch "unsere"
Denkmaschine auf Trapp bringen kann, und das ist doch auch schon mal etwas!