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Dueck's Trilogie

Omnisophie - Supramanie - Topothesie
3 Bände im Schmuckschuber

"Manager schreiben, sie verstünden jetzt, wie sie innen funktionieren, es täte ihnen jetzt fast leid."

 

 

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Preis: EUR 59,95
 

 
Bewertung (max. 10)

10

 

Review

Der erste Satz des ersten Bandes Omnisophie der Dueck’schen Trilogie lautet „Vor einigen Jahren hatte ich einmal das Gefühl, etwas vom Sinn des Lebens verstanden zu haben.“ Um nichts weniger geht es in den drei Bänden Omnisophie, Supramanie und Topothesie von Gunter Dueck.

Eigentlich ist es ja eher ungewöhnlich, dass sich ein ranghoher Manager unsere Zeit jenseits jeglicher Ironie, sondern im Gegenteil mit höchster Ernsthaftigkeit mit einem solchen Thema auseinander setzt. Ursprünglich Mathematik-Professor und seit 1987 in verschiedenen Management-Positionen für die IBM tätig, wird Gunter Dueck inzwischen von vielen als neuer Management-Guru geradezu verehrt und ist ein gefragter Key-Note-Speaker. Er selber sagt von sich, dass er sich vorstellen könnte, einmal einen Lehrauftrag an der Schweizer Elite-Uni St. Gallen anzunehmen - Parallelen zum anderen großen deutschen Management-Papst Fredmund Malik drängen sich hiermit geradezu auf.

Was ist nun der Kern der Dueck’schen Philosophie und seines Werkes?

In Omnisophie legt er sein Menschenbild dar: Es teilt die Menschen in drei Gruppen ein, die richtigen, die wahren und die natürlichen Menschen. Die richtigen Menschen leben für „das System“, die wahren für eine große Idee und bei den natürlichen steht ihr alles durchsetzender Wille im Vordergrund. Alles schon einmal gehört? Richtig, aber Dueck erhebt nicht den Anspruch eine völlig neue Philosophie zu schaffen, sondern verbindet die Philosophien von Aristoteles, Platon und Nietzsche zu einer Art Meta-Philosophie, einer Omnisophie eben.

Aus diesen Menschentypen lassen sich nach Dueck viele Grundkonflikte erklären. So kommen zum Beispiel richtige Menschen, denen immer wichtig ist, dass alles seine Ordnung hat, mit den eher idealistischen, wahren Menschen, denen es hauptsächlich um ihr Prinzip geht, schwer aus. Die natürlichen, eher impulsiven Menschen wiederum wollen sich weder irgendwelchen Systemen noch Ideen ganz unterordnen lassen. Kurz: Für viel Aufregung ist gesorgt, wie Dueck in etlichen Beispielen plastisch zu schildern weiß.

In Supramanie erklärt Dueck, der sich selber als „wahren Menschen“ bezeichnet, auf Basis dieses Menschenbildes das Phänomen unserer Zeit, dass nur noch das, was messbar ist, etwas wert zu seien scheint. Einer der vermeintlichen Leitsätze modernen Managements „What you can’t measure, you can’t manage“ führe dazu, dass alle Menschen in Leistungsklassen eingeteilt und dadurch unter psychischen Dauerstress gesetzt werden. Es reicht heute eben in den meisten Fällen nicht mehr, einfach nur seine Job anständig zu erledigen, man muss ständig alle Kraft aufwenden, um zum oberen Drittel der Leistungsklasse zu gehören - immer schneller, höher, weiter, den Drehzahlmesser im Grenzbereich, das Managerleben auf der Überholspur.

Umgekehrt sind die Konsequenzen, zum unteren Drittel zu gehören, oft dramatisch und viele bleiben bei dieser von Dueck so genannten Supramanie auf der Strecke. Damit ihnen dies nicht passiert, beginnen die, welche nicht mehr richtig mithalten können zu tricksen und Ausflüchte zu suchen, so dass am Ende dort das Schwergewicht ihrer Tätigkeit liegt und nicht mehr auf ihrer eigentlichen Arbeit. Insgesamt ist „Supramanie“ ein sehr düsteres Buch, aber leider auch ein sehr wahres.

In Topothesie schließlich erklärt uns Dueck seinen Ausweg aus dem Dilemma – es geht dem Untertitel des Buches nach um „die artgerechte Haltung von Menschen“. Damit schließt sich der Kreis, denn „artgerecht“ heißt nach Dueck der jeweiligen Art der Menschen, d.h. richtig, wahr oder natürlich, entsprechend. Es kann nicht die eine alle selig machende Managementmethode geben, da die Menschenarten unterschiedliche Grundbedürfnisse haben. Das Buch gibt geradezu praktische Hinweise, wie die Menschentypen zu erkennen und zu behandeln bzw. zu führen sind. Nach Dueck werden richtig behandelte Menschen selbst zu Sinnstiftern, zu „Quellen“, oder wie er es ausdrückt: sie werden „Alpha“, nach den bei zufriedenen, in sich ruhenden Menschen im Gehirn nachweisbaren Alpha-Wellenmustern. Das Ende der Trilogie stimmt uns am Ende hoffnungsvoll.

Topothesie bedeutet im Griechischen so etwas wie „lebhafte Erzählung von einem aufregenden vorgestellten Ort“. Dies könnte fast das Motto der gesamten Trilogie sein, denn Dueck schreibt wie er spricht. Alle Bücher lesen sich flüssig wie eine direkte Ansprache inklusive vieler, auch sehr persönlicher Erlebnisse. Nicht zuletzt dieser besondere Dueck’sche Schreibstil sichert dem Autoren eine seit Jahren wachsende Fangemeinde.

Der letzte Satz der insgesamt tausendzweihundert Seiten der Trilogie verspricht übrigens eine Antwort auf die am Anfang aufgeworfene Frage: „Der Sinn des Lebens ist, dass …“, aber lesen Sie selbst.

Chefredakteur Dr. Holger von Jouanne-Diedrich
Diese Rezension erschien in leicht abgewandelter Form am 9. Februar 2005 auch in der Financial Times Deutschland (FTD)

 

Zielgruppe

Menschen (Duecks eigene Angabe zur Zielgruppe)

 

Autoreninfo

Professor Dr. Gunter Dueck, Jahrgang 1951, lebt mit seiner Frau Monika und seinen Kindern Anne und Johannes in Waldhilsbach bei Heidelberg. Er studierte von 1971-75 Mathematik und Betriebswirtschaft, promovierte 1977 an der Universität Bielefeld in Mathematik. Er forschte 10 Jahre mit seinem wissenschaftlichen Vater Rudolf Ahlswede zusammen, mit dem er 1990 den Prize Paper Award der IEEE Information Theory Society für eine neue Theorie der Nachrichtenidentifikation gewann.Nach der Habilitation 1981 war er fünf Jahre Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld und wechselte 1987 an das Wissenschaftliche Zentrum der IBM in Heidelberg.

Dort gründete er eine große Arbeitsgruppe zur Lösung von industriellen Optimierungsproblemen und war maßgeblich am Aufbau des Data-Warehouse-Service-Geschäftes der IBM Deutschland beteiligt. Gunter Dueck ist einer der IBM Distinguished Engineers, IEEE Fellow, Mitglied der IBM Academy of Technology, Mitglied im Präsidium der GI und der DMV. Er arbeitet an der technologischen Ausrichtung der IBM mit, an Strategiefragen, an Cultural Change.
 

Schlagwörter

Management / Führung / Philosophie / Soziologie / Psychologie / Gesellschaftskritik / Kapitalismuskritik

 

Weitere Titel

Omnisophie (erster Band der Trilogie)