1. Professionalität
•
Die Frage nach der »idealen Führungskraft«: Das ist eine falsch
gestellte Frage. Zwar lässt sich der Idealtypus beschreiben, aber in der
Realität ist dieses Universalgenie nicht zu finden. Die Frage muss
stattdessen lauten: Was ist eine wirksame Führungskraft? Ausgangspunkt ist
nicht das Genie, sondern der gewöhnliche Mensch. Hier taucht die nächste
Frage auf: Wie ist es zu schaffen, gewöhnliche Menschen zu befähigen,
außergewöhnliche Leistungen zu erbringen?
• Irrlehren und
Missverständnisse: Zwei
Denkweisen illustrieren die fehlgeleiteten und schädlichen
Managementauffassungen besonders gut: Der »Pursuit of Happiness Approach«
unterstellt folgende Grundthese: Mache die Menschen zufrieden, dann werden
sie mehr leisten. Die zweite Irrlehre ist die Vorstellung von der »Großen
Führungspersönlichkeit«, wonach Organisationen nicht Manager, sondern Leader
brauchen. Beide Denkweisen sind falsch.
• Management als Beruf:
Jeder Beruf, auch der des Managers, ist durch vier Elemente gekennzeichnet:
spezifische Aufgaben; Werkzeuge, die bei der Erfüllung der Aufgaben
eingesetzt werden; Grundsätze, die man bei der Erfüllung von Aufgaben und
bei der Anwendung von Werkzeugen einhält; und Verantwortung, also die
»Alltagsethik «, für das, was man tut oder versäumt hat, einzustehen.
2.
Die Grundsätze wirksamer Führung
•
Resultatorientierung: Management ist der Beruf des Ergebnis-
Erzielens. Prüfstein ist das Erreichen von Zielen und die Erfüllung von
Aufgaben.
•
Beitrag zum Ganzen: Der Manager ist jemand, der das Ganze sieht und
seine Aufgabe darin erblickt, einen Beitrag zu diesem Ganzen zu leisten.
• Konzentration auf Weniges:
Es ist nutzlos, ständig auf der Suche nach dem Wunder- oder Geheimrezept zu
sein. Es kommt darauf an, sich auf Weniges, dafür aber Wesentliches zu
konzentrieren.
• Stärken nutzen:
Dieser Grundsatz fordert nicht, sich auf Stärken zu konzentrieren, die man
erst aufbauen und entwickeln muss. Es geht darum, bereits vorhandene Stärken
zu nutzen.
• Vertrauen:
Was zählt, ist das gegenseitige Vertrauen. Eine Führungskraft, die das
Vertrauen ihrer Umgebung gewinnt und erhält, stellt eine robuste, belastbare
Führungssituation her.
• Positiv denken:
Positiv denken heißt, diszipliniert und konstruktiv zu denken. Wichtiger,
als Probleme zu lösen, ist es, Chancen zu erkennen und zu nutzen.
3. Aufgaben wirksamer Führung
•
Für Ziele sorgen: Es
gilt, wenige Ziele vorzugeben, dafür aber große – solche, die ins Gewicht
fallen, die etwas bedeuten, wenn sie erreicht werden. Die Führungskraft muss
die Mitarbeiter verpflichten, die Ziele zu quantifizieren.
• Organisieren:
Effektive Menschen warten nicht darauf, bis sie von anderen organisiert
werden. Sie tun es selber – für sich, für ihre Aufgabe und für ihre
Verantwortungsbereiche.
• Entscheiden:
Nur Führungskräfte entscheiden. Die einfache Regel lautet: Wer entscheidet,
ist eine Führungskraft, wer nicht entscheidet, ist keine.
• Kontrollieren:
Es gilt nicht das mögliche Maximum, sondern das nötige Minimum. Vernünftige
Kontrolle ist aktionsorientiert statt informationsorientiert. Sie ist darauf
gerichtet, das Verhalten der Menschen zu steuern. Dazu gehört auch
wohlwollendes Übersehen von Kleinigkeiten.
4.
Werkzeuge wirksamer Führung
Eine Führungskraft sollte sich sieben Werkzeuge aneignen: die Sitzung, den
Bericht, Job Design (Stellengestaltung) und Assignment Control (Steuerung
des Einsatzes von Menschen), die persönliche Arbeitsmethodik, das Budget,
die Leistungsbeurteilung und die systematische »Müllabfuhr« (Prozess des
Ausmerzens von Altem, Überkommenem und Überflüssigem). Die
Arbeitsbedingungen unserer heutigen Dienstleistungs-, Informations- und
Wissensgesellschaft vervielfachen noch die enorme Bedeutung dieser Tools.
Sie machen die Präzision und Professionalität ihres Gebrauchs zu einer
elementaren Voraussetzung für den Erfolg einer Führungskraft.