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Generation ZertifikateDie Emanzipation der Geldanlage.
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"Was Sie für Ihren Börsenerfolg wissen müssen, sagt Ihnen zu 75% der gesunde Menschenverstand; die restlichen 25% steuert dieses Buch bei."
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Bewertung (max. 10) |
9 |
Review |
Das Resümee gleich zu Anfang: Genauso wenig,
wie eine höhere Rendite bei der Geldanlage auch gleich ein höheres Risiko
bedeuten muss, lässt ein seltsamer Titel auf entsprechenden Inhalt schließen
- beides beweist dieses Buch. Aber wofür braucht die Welt noch ein weiteres Anlage-Buch? Entweder wollen wir nach dem jüngsten Börsendebakel überhaupt nichts mehr von Aktien und Börse wissen - oder wir wissen eh schon alles besser: Aktien kaufen und liegen lassen, denn diese steigen langfristig immer, Fonds kaufen und keine Einzelwerte, denn diese streuen das Risiko und wenn schon Einzelwerte, dann handverlesen durch die regelmäßige Lektüre möglichst exklusiver Investment-Postillen. "Alles Quatsch", behaupten Röhl und Heussinger und zerfetzen so ziemlich alles, was wir eben noch über Geld und Börse zu wissen glaubten. Aktien können über längere Perioden auch seitwärts laufen, Fonds sind teuer, dafür aber oft spektakulär erfolglos und das so genannte Stock Picking, also die gezielte Auswahl von Einzeltiteln funktioniert sowieso nicht. Getreu dem Motto "Brechen und dann neu aufbauen" geht es im Buch nun aber erst richtig los: Zuerst Index-Zertifikate, dann Discount-, Rolling-Discount- und sogar Rolling-Flex-Discount-Zertifikate, Bonus-Zertifikate, Quanto-Zertifikate und noch die eine oder andere Spezialität. Aber wozu das alles? Nun, es geht um nicht weniger als einen Paradigmenwechsel: Nicht mehr nur das einseitige Schielen auf die Rendite, sondern das zusätzliche im Auge behalten des Risikos sind die Themen. Discount-Zertifikate zum Beispiel ermöglichen es nunmehr auch dem Privatanleger, sein Risiko bei Aktien nach unten zu puffern und dafür auf einen Teil seiner Chancen nach oben zu verzichten. Das ist genau das, was viele Anleger heutzutage wollen und insofern treffen die diese Finanzprodukte emittierenden Banken den Zahn der Zeit. Weiterhin räumen die Autoren auch mit der beliebten Trennung zwischen konservativen und spekulativen Anlagen auf, denn: auf die Mischung kommt es an. Genauso wie ein Discount-Zertifikat sich technisch aus der zugrunde liegenden Aktie und dem hoch-spekulativen Verkauf einer Kaufoption zusammensetzt, kann die Kombination von an sich spekulativen Anlagen in Kombination eine passable Rendite unter Eingehung eines akzeptablen Risikos bedeuten. All diese eigentlich recht komplexen Zusammenhänge werden von Röhls und Heussinger in einer teilweise etwas flapsigen Sprache gut verständlich, aber trotzdem fundiert beschrieben - unterlegt und abgerundet mit diversen Charts, Tabellen, Formeln, Chance-Risiko-Diagrammen und vielen Tipps zu konkreten Produkten und zur persönlichen Portfolio-Optimierung. Besonders lobenswert ist, dass es eine Art kostenloses wöchentliches Update zum Buch in Form eines ausführlichen Internet-Newsletters gibt. Holger von Jouanne-Diedrich, Chefredakteur (Originalbeitrag erschien in der Financial Times Deutschland am 3. Februar 2004) |
Zielgruppe |
Anleger, die mit modernen
Instrumenten eine ihren Bedürfnissen entsprechende Investment-Strategie
aufbauen möchten. |
Kurz-Abstract |
• Viele Anleger-Mythen
entpuppen sich bei genauerer Analyse als falsch: z.B. "Aktien steigen
langfristig immer", "Aktien kaufen und liegen lassen ist langfristig immer
erfolgreich" (nach Kostolany), "Aktien-Fonds schlagen durch ihr
professionelles Management den Index", "Stock-Picking mit Hilfe exklusiver
Anleger-Magazine schlägt den Markt" u.a. • Investment-Fonds sind zwar teuer (Ausgabeaufschlag plus jährliche Management-Gebühr), allerdings schneiden 60 bis 90% schlechter ab als der jeweilige Benchmark (Vergleichsindex). • Eine Alternative sind Index-Zertifikaten: Mit diesen kann der Anleger preiswert in komplette Märkte, z.B. DAX, EURO STOXX 50, Biotechnologie, Rohstoffe, Gold u.a. investieren. • Nicht alle Börsen-Indizes werden gleich berechnet. Die wichtigste Unterscheidung ist der zwischen Kurs-Indizes (z.B. EURO STOXX 50) und Performance-Indizes, welche zusätzlich noch Dividendenzahlungen berücksichtigen (z.B. DAX). • Jede Anlage darf man nicht nur unter Renditegesichtspunkten betrachten, sondern muss zusätzlich die verbundenen Risiken berücksichtigen. • Discount-Zertifikaten puffern einen möglichen Verlust der zugrunde liegenden Aktien und Indizes, dafür wird umgekehrt der maximale Gewinn begrenzt (sog. Cap). • Dieses Prinzip ist nicht neu, sondern bei institutionellen Investoren schon seit Jahren als sog. Covered Call Writing gebräuchlich. Neu ist, dass diese Möglichkeiten nunmehr auch privaten Investoren zur Verfügung stehen. • Die Trennung in konservative und spekulative Anlagen ist nicht sinnvoll - es kommt auf deren Kombination und damit das Gesamtrisiko eines Portofolios an. Ein Ansatzpunkt zur Optimierung bietet die Portfolio-Theorie von Markowitz. |
Autoreninfo |
Werner H. Heussinger ist
Vorstand Finanzen & Marketing der
ZertifikateJournal AG. Davor war er Gründer und
Chefredakteur des Optionsschein-Magazins und
anderer Börsenmedien sowie Vorstand der Heussinger
& Partner AG (Handelssystem-Research, Kapitalmarkt-Beratung, Presse- und
PR-Consulting). Er ist Autor mehrerer Börsen-
und Derivate-Bücher und seit 1996 Dozent der BA
Stuttgart, LS Prof. Steinbrenner. Christian W. Röhl ist Vorstand Content & Engineering der ZertifikateJournal AG. Davor war er Mitbegründer und Redaktionsleiter des Neuemissions-Magazins Going Public sowie Prokurist einer börsennotierten Wertpapierhandelsbank, zuständig für IPOs, Beteiligungsmanagement, Research und Asset Management. |
| Schlagwörter | Index / Kurs-Index /
Performance-Index / Benchmark / Derivate / strukturierte Finanzprodukte /
Zertifikate / Quanto-Zertifikate / Diskont-Zertifikate / Rolling-Discounts /
Rolling-Flex-Discounts / Rolling-Deep-Discounts / Bonus-Zertifikate /
Chance-Risiko-Profil / Risikopuffer / Verlustschwelle / Basiswert /
Underlying / Bezugsverhältnis / Spread / Cap / EUWAX / Deutsche Börse Smart
Trading / Portfolio-Theory / Markowitz / Volatilität / Korrelation |
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