Dieses Buch schlägt eine
Brücke: Spannend geschriebene Wissenschaftsreportage und gleichzeitig
Ratgeber. Wenn man es liest, kann man glauben, die Wissenschaft ist wieder
bei ihren Ursprüngen angelangt. So wie Hippokrates die Menschen in vier
Grundtemperamente einteilte (Choleriker, Melancholiker, Sanguiniker und
Phlegmatiker), so führte er jene auf die Anwesenheit bzw. das Fehlen von
bestimmten Körpersäften, den sogenannten humores, zurück: Blut,
Schleim, Gelbe Galle und schwarze Galle.
Zwar nennen die modernen
Neurowissenschaften diese Säfte heute anders - z. B. Dopamin, Endorphine und
Opioide - aber trotzdem sind es jene, welche uns,
unseren Charakter und unsere Stimmungen determinieren. Also Vorsicht: Der
Autor Stefan Klein ist ein kompromissloser Materialist (im philosophischen
Sinne), der in diesem Buch Romantikern wenig Raum lässt für ihren Glauben an
eine körperlose Seele. Als deutscher Wissenschaftsjournalist steht er damit
in der Tradition eines Hoimar von Ditfurths.
Und wenn man damit nicht schon genug gelobt
hätte, so lässt sich noch ergänzen: Neben der gut verständlichen
Beschreibung jener modernen humores gibt Klein eine Menge guter Ratschläge
für den richtigen Umgang mit ihnen. Mehr Glück kann man mit einem Buch fast
nicht haben.