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(1) Initiierung: Initiativen zur Beeinflussung des Unternehmens starten

Ausgangspunkt der Überlegung sind strategische Initiativen, die in einem Unternehmen entstehen. Als strategische Initiative wird jeder »Impuls« im Unternehmen verstanden, der dessen Entwicklung signifikant betrifft. Zu denken ist z.B. an Initiativen, die sich auf den Eintritt in ein neues Geschäftsfeld, ein spezifisches Wertschöpfungsmodell oder eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen beziehen. Solche Impulse können prinzipiell überall im Unternehmen entstehen und sind nicht an eine bestimmte Hierarchieebene gebunden. Sie können ihren Ursprung also nicht nur auf Ebene des Top-Managements haben, wie dies oft angenommen wird, sondern ebenso auf den mittleren und unteren Managementebenen. Auslöser von Initiativen können dazu formell ermächtigte Gremien sein, aber auch informelle Netzwerke von Mitarbeitern quer über die Hierarchieebenen.

Damit ist auch die formelle, strategische Planung nur ein möglicher Ort der Formierung strategischer Initiativen, wo versucht wird, die Entwicklung eines Unternehmens nachhaltig zu beeinflussen. Inwieweit ihr dies in Konkurrenz zu all den anderen formellen und informellen Initiativen gelingt, wird sich im Einzelfall zeigen müssen. Auch die oft durch die oberste Führung ausgegebenen »strategischen Schlachtrufe« (»Null-Fehler-Qualität«, »Global Player«, »Systemführerschaft« etc.) sind häufig vorerst einmal außerhalb der formellen strategischen Planung lanciert worden, die dann allerdings daran anknüpfen sollte.

Es kann auch nicht von vornherein davon ausgegangen werden, dass strategische Initiativen immer nur bewusst lanciert und vorangetrieben werden. Oft gewinnen sie erst über die Zeit an Kontur und »Fahrt«, werden nachträglich rationalisiert und dann erst als wirksame Impulse erkannt. Eine strategische Initiative umfasst daher zunächst einmal sowohl intendierte als auch nicht-intendierte Impulse.

Wie diese Überlegungen bereits andeuten, wird damit der Begriff der strategischen Initiative bewusst nicht auf den Gedanken der Formulierung von Strategien (zu verstehen als offizielle, strategische Pläne) und deren anschließender Implementierung verengt. Dass eine strategische Initiative sich nach diesem Muster entfaltet, ist zwar denkbar und empirisch durchaus anzutreffen, jedoch lassen sich ebenfalls eine Reihe alternativer Muster in der Praxis beobachten, die eine all zu enge Vorstellungsweise nachhaltig relativieren und erweitern. In Anlehnung an Kirsch (1997) wird daher auch nicht von wichtigen strategischen Entscheidungen und deren anschließender Umsetzung, sondern von einem organisatorischen Basisprozess (oder »on-going-process«) ausgegangen. Dieser »on-going-process« ist durch die Vielfalt der Aktivitäten und Interaktionen im laufenden Geschehen in und um das Unternehmen herum gekennzeichnet. Die interessanten Fragen sind nun: Nach welchen Mustern entstehen strategische Initiativen aus diesem Basisprozess heraus? Welchen gelingt es, diesen Basisprozess zu beeinflussen? Warum haben sich auf dem »Marktplatz« strategischer Initiativen gerade diese im Entscheidungsprozess durchgesetzt? Warum konnten auf dem »Marktplatz« strategischer Initiativen gerade diese in die Verhaltensmuster der Organisation umgesetzt werden bzw. Eingang finden? Was geschieht dabei und wie ist dies zu erklären?

 

Quelle: Müller-Stewens, Lechner: Strategisches Management