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Balanced Scorecard
Robert Kaplan,
Professor für Rechnungswesen an der Harvard Business School, präsentierte
in jedem Jahrzehnt eine große Idee. In den 80ern war es das Activity Based
Costing. In den 90ern war es die Balanced Scorecard.
Die Idee der Balanced
Scorecard findet sich in einem Artikel, den Kaplan 1992 gemeinsam mit
David Norton, President einer Beratungsfirma mit Namen Renaissance
Strategy Group, für die „Harvard Business Review“ verfasste. Der Artikel
geht von der Idee aus, dass wir am Ende das bekommen, was wir messen. Wenn
wir lediglich finanzielle Leistung messen, erreichen wir auch nur
finanzielle Leistung. Nur wenn wir die Perspektive erweitern und
zusätzliche Kriterien bei unseren Messungen berücksichtigen, haben wir
eine Chance, auch andere als rein finanzielle Ziele zu erreichen.
Kaplan und Norton
schlugen insbesondere folgende Gesichtspunkte vor:
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Kundenperspektive: Wie sieht
der Kunde das Unternehmen, und was muss das Unternehmen tun, um für
diesen Kunden ein wertvoller Lieferant zu bleiben? |
 | Interne
Unternehmensperspektive:
Welche internen Prozesse muss das Unternehmen verbessern, um seine Ziele
bei Kunden, Aktionären und anderen zu erreichen? |
 | Innovation und
Verbesserung: Wie kann sich
das Unternehmen weiter verbessern, um auch in Zukunft Wert zu erzeugen?
Was sollte im Hinblick auf dieses Ziel gemessen werden? |
Historischer
Abriss
Die Idee der Balanced
Scorecard übte anfangs eine große Attraktivität aus. Die Unternehmen
hatten zunehmend Probleme mit den traditionellen Leistungsgrößen, die
ausschließlich auf die Interessen der Aktionäre ausgerichtet waren. Viele
waren der Meinung, dass dieser Ansatz zu kurz greife, indem er den
Ausschlägen des Aktienmarkts eine übermäßige Bedeutung beimesse und
Vorstände wie Manager daran hindere, längerfristige Möglichkeiten in
Betracht zu ziehen. Die Balanced Scorecard erweitere nicht nur das
Wahrnehmungsspektrum des Unternehmens im Hinblick auf die aktuelle
Geschäftssituation, sie erleichtere auch die Identifizierung möglicher
zukünftiger Erfolgsfaktoren.
Kaplan und Norton
selbst sahen die Vorteile der Balanced Scorecard unter anderem in
folgenden Aspekten:
 | Sie erleichtert es
den Unternehmen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine
„Pionierleistung“ zustande zu bringen. |
 | Mit ihrer Hilfe
lassen sich Unternehmensprogramme zusammenfassen, die häufig isoliert
ablaufen, wie beispielsweise Qualitätsprogramme, Reengineering, Process
Redesign und Kundenserviceprogramme. |
 | Sie ermöglicht es,
Strategievorgaben in konkrete Leistungsgrößen und Zielsetzungen zu
übersetzen. |
 | Unternehmensweite
Messgrößen werden untergliedert, sodass lokale Manager und Beschäftigte
erkennen können, mit welchen Maßnahmen sie zu einer Verbesserung der
Effektivität des Unternehmens beitragen können. |
 | Sie fördert eine
integrierte Sichtweise, die mit der traditionellen Vorstellung vom
Unternehmen als einer Ansammlung isolierter und unabhängiger Funktionen
und Abteilungen aufräumt. |
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