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Benchmarking

Benchmarking ist eine Methode, mit der die Leistung einer Geschäftseinheit oder eines Unternehmens mit beliebigen anderen Einheiten verglichen werden kann. Auf diese Weise kann ein Unternehmen sein eigenes Leistungsniveau in einem breiten Kontext messen und eine Vorstellung von der Best Practice in dem entsprechenden Bereich gewinnen. In „The Benchmarking Book“ definiert Michael Spendolini Benchmarking als einen „fortlaufenden systematischen Prozess zur Bewertung von Produkten, Dienstleistungen oder Arbeitsabläufen von Best-Practice-Firmen, um auf diese Weise die eigene Unternehmensleistung zu verbessern“.

Ursprünglich hatte man die Messdaten zur Unternehmensleistung mit entsprechenden Daten aus demselben Unternehmen zu verschiedenen früheren Zeitpunkten verglichen. Dadurch ließen sich zwar Verbesserungen innerhalb des Unternehmens verfolgen, eine absolute Leistungsbeurteilung war jedoch nicht möglich. Das Unternehmen konnte sich stetig verbessern, wenn seine Wettbewerber es in dieser Leistung übertrafen, dann war „immer besser“ noch lange nicht „gut genug“. In ihrem Buch Benchmarking unterscheiden C.J. McNair und H.J. Leibfried vier Varianten von Benchmarking:

bulletInternes Benchmarking: eine Art Qualitätsmanagement, eine interne Überprüfung der Unternehmensstandards, um zu erkennen, wo sich Verschwendung reduzieren und Effizienz verbessern lässt.
bullet Wettbewerbsorientiertes Benchmarking: der Vergleich der Standards eines Unternehmens mit denen eines anderen (konkurrierenden) Unternehmens.
bulletBrancheninternes Benchmarking: der Vergleich der Standards eines Unternehmens mit denen der gesamten Branche, der es angehört.
bullet Branchenübergreifendes Benchmarking: der Vergleich des Leistungsniveaus eines Unternehmens mit den weltbesten ohne Rücksicht auf Branchen und nationale Märkte. Die Japaner verwenden dafür das Wort Dantotsu, was so viel bedeutet wie „der Beste unter den Besten sein“.

Benchmarking ist ein fließendes Konzept, das die Tatsache berücksichtigt, dass sich die Geschäftssituation und damit auch die relative Bedeutung der einzelnen Prozesse mit der Zeit ändern. Wenn sich beispielsweise ein Einzelhändler vom Ladenverkauf auf den Internethandel verlegt, verliert das Thema Kundenparkplätze schlagartig an Bedeutung, während stattdessen die Leistung der Lieferwagenflotte zu einem wichtigen Faktor wird. Das Benchmarking muss diese Bedeutungsverschiebung berücksichtigen.

Benchmarking setzt voraus, dass die Unternehmen bereit sind, ihre Messdaten in einer Art öffentlichen Arena preiszugeben, da mit andere sich damit vergleichen können. Das geschieht in der Regel über ein Drittunternehmen, das die Daten ordnet und schließlich in einer Form präsentiert, die keine Rückschlüsse auf die Identität der einzelnen Datenlieferanten zulässt. Die Unternehmen können ihre eigenen Daten wieder erkennen und auf diese Weise feststellen, wie gut sie im allgemeinen Vergleich dastehen.

Historischer Abriss

Die Begeisterung für das Benchmarking resultierte aus zwei Entwicklungstendenzen:

bulletDem von den Japanern entworfenen Konzept des Total Quality Management und des damit verbundenen Kaizen, was so viel wie kontinuierliche Verbesserung bedeutet. Dieses System setzte detaillierte Statistiken voraus. Es erforderte eine gewissenhafte Messung der Branchenaktivitäten und die fortlaufende Überprüfung dieser Messgrößen. Dabei reichte es nicht aus, wenn nur ein Unternehmen diese Messungen durchführte; die Methode verlangte vielmehr, dass die Wettbewerber dasselbe taten.
bulletDen Arbeiten Michael Porters aus den 80er Jahren. Sie zwangen die Firmen, sich bei der Bestimmung der eigenen Position mehr an den Wettbewerbern und weniger an der eigenen Vergangenheit zu orientieren.

Eines der besten Beispiele für Benchmarking lieferte der Fotokopiergerätehersteller Xerox, der sich in den 80er Jahren einem rigorosen Benchmarkingprozess unterwarf, nachdem sein Marktanteil stark unter der japanischen Konkurrenz gelitten hatte. Xerox begann mit einer systematischen Analyse der Produkte und Arbeitsabläufe seiner Wettbewerber mit dem Ziel, sich selbst zu reorganisieren und die Konkurrenz dabei nicht nur einzuholen, sondern zu überholen. Das Unternehmen konnte seinen Marktanteil weitgehend zurückerobern, bis ihm 1989 in den Vereinigten Staaten der angesehene Malcolm Baldrige Quality Award verliehen wurde.

Benchmarking ist in den Vereinigten Staaten und Japan mittlerweile allgemeine Praxis und kommt auch in Europa immer häufiger zur Anwendung. Der deutsche Elektro- und Elektronikhersteller Siemens beispielsweise hat sich ausgiebig mit Wettbewerbern und Unternehmen aus anderen Branchen (zum Beispiel im Einzelhandel) verglichen, um in Erfahrung zu bringen, wie er sich etwa im Bereich Kundenservice verbessern kann.

 

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