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Enterprise Resource Planning (ERP)

Enterprise Resource Planning bedeutet die Einrichtung umfassender elektronischer Informationssysteme, die es den verschiedenen, in der Vergangenheit weitgehend isolierten Teilen einer Organisation erlauben, auf einen gemeinsamen Informationspool zuzugreifen und miteinander zu kommunizieren. Die zu diesem Zweck entwickelte Software dient als eine Art zentrales Nervensystem für das Unternehmen. Sie sammelt Informationen über den Zustand und die Aktivitäten der verschiedenen Teile der Organisation und übermittelt sie an andere Stellen, die davon profitieren können. Die Informationen werden von den Benutzern in Echtzeit aktualisiert und sind jederzeit allen zugänglich, die an das System angeschlossen sind.

ERP-Systeme funktionieren wie das zentrale Nervensystem, das tendenziell die Fähigkeit aufweist, die Summe der Fähigkeiten der einzelnen Teile zu übersteigen (ein Phänomen, das wir als Bewusstsein bezeichnen). Sie bilden gewissermaßen das Bewusstsein des Unternehmens. ERP-Systeme verknüpfen insbesondere Informationen über Finanzen, personelle Ressourcen, Produktion und Vertrieb. Sie umfassen Lagerverwaltungssysteme, Kundendatenbanken, Auftragsverfolgungssysteme, Kreditorenbuchhaltung und vieles andere mehr. Sie bieten je nach Bedarf auch Schnittstellen für Zulieferer und Kunden.

Die Einrichtung von ERP-Systemen erweist sich mitunter als äußerst komplex, und die Unternehmen beginnen für gewöhnlich mit einem Pilotprojekt, bevor sie ein System im gesamten Unternehmensverbund implementieren.

Historischer Abriss

Die Geschichte der Unternehmensplanungssysteme ist die Geschichte von SAP, einem deutschen Softwareunternehmen, das in den 90er Jahren eine unangefochtene Vormachtstellung auf dem ERP-Markt errang. SAP (Systemanalyse und Programmentwicklung) wurde 1972 von drei Ingenieuren in Mannheim gegründet. Ihr Ziel war die Entwicklung von Software zur Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Funktionen, damit die Unternehmen ihre verschiedenen Prozesse besser integrieren und den Geschäftsbetrieb reibungsloser gestalten konnten.

Die SAP-Software war modular konzipiert, sodass sich die Systeme rasch erweitern und an veränderte Bedingungen anpassen ließen. Das Unternehmen bewies ein derart gutes Gespür für die IT-Erfordernisse der Wirtschaft, dass sein Marktanteil bei ERP-Systemen gegen Ende der Neunziger größer war als der seiner fünf engsten Rivalen zusammengenommen. Schätzungen zufolge liefen SAP-Systeme in mindestens der Hälfte der 500 weltweit größten Unternehmen.

Dieses außergewöhnliche Wachstum (eine jährliche Umsatzsteigerung von über 40 Prozent) wurde von einer Vermarktungsstrategie gestützt, die Managementberater dazu ermunterte, in ihren Kundenunternehmen Systeme von SAP zu implementieren. Viele Beraterfirmen gründeten zu diesem Zweck spezielle SAP-Abteilungen. Ohne diese Unterstützung bei der Implementierung wäre das Wachstum der SAP-Umsätze bald an eine empfindliche Grenze gestoßen.

Der Gesamtmarkt für ERP-Systeme wuchs ebenfalls, denn die Unternehmen erkannten immer deutlicher, wie vorteilhaft es war, Daten aus geographisch und funktionell isolierten Teilbereichen in einem gemeinsamen Informationssystem zu integrieren. ERP-Systeme erlaubten es ihnen, einen Überblick über ihre gesamte Organisation zu bekommen, wie sie ihn nie zuvor gehabt hatten. Es war, als sähen sie zum ersten Mal eine vom Weltraum aus aufgenommene Farbfotografie der Erde.

Anfangs waren solche Systeme besonders bei großen multinationalen Unternehmen verbreitet, wo eine Reihe von Bedingungen besonders für ihren Einsatz sprach:

bulletDiese Unternehmen besaßen eine hoch entwickelte IT-Infrastruktur, innerhalb derer die Systeme eingesetzt werden konnten.
bulletSie waren an einer Standardisierung ihrer vielfältigen Geschäftsprozesse interessiert.
bulletSie verfügten über die erforderlichen Fachkräfte, um das System zu betreuen, sobald es einmal installiert war.

Als der Markt der großen Unternehmen gesättigt war, begannen die Anbieter von ERP-Systemen, nach Möglichkeiten zu suchen, wie sie ihre Produkte für kleinere Organisationen attraktiv machen konnten.

 

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