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ICH

Wie wir uns selbst erfinden

"Wir finden uns nicht, sondern wir erfinden uns.'"

 

 

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Preis: EUR 19,90
 

 
Bewertung (max. 10)

9

 

Review

Vielleicht ließe sich unsere Zeit ja in dem Titel dieses Buch treffend zusammenfassen: "ICH". Doch, was ist das eigentlich, das Ich? "In Wahrheit, wenn dieses große Wort in diesem Zusammenhang überhaupt erlaubt ist, ist ein jeder von uns, ob Staatsmann oder Straßenbahnschaffner, zu großen Teilen nur derjenige, der er überzeugt ist, gewesen zu sein.", oder wie Spiegel online unlängst titelte "Das Leben - eine einzige Erfindung". Ist das Ich also nichts anderes als eine geschickt gesponnene Illusion?

Dies sind unter anderem die, teils faszinierenden, teils verstörenden Themen dieses Buches. Während uns also die Antike durch ihr Orakel von Delphi noch rät "Erkenne Dich selbst!", so bezweifelt die moderne Wissenschaft, ob es so etwas wie das Selbst überhaupt gibt. Descartes sagt, "Ich denke, also bin ich", wenn es also kein Ich gäbe, was da denken könne, bin Ich dann also auch nicht? Und wie sähe es dann mit dem vielbeschworenen freien Willen aus?

Wie alles im Leben, hätte auch dies sein Gutes, etwas Erleichterndes. Während die Menschen in vergangenen Zeiten in ein mehr oder weniger fest gefügtes Leben eingebunden waren, scheinen wir in der heutigen Zeit für alles mögliche verantwortlich zu sein. Wir leben in mehreren, teilweise schwer zu vereinbarenden Rollen zugleich, z.B. Ehefrau, Mutter, Karrierefrau, Schwiegertochter, Familienorganisatorin usw. In jeder Rolle müssen wir glänzen, dürfen nicht versagen. Wenn wir scheitern, sind allein wir verantwortlich. Der eine oder die andere kann daran zerbrechen.

"Es ist eine Tragikkomödie der Geschichte und das Dilemma der postmodernen Identität: Da wurde das Ich jahrtausendelang unterdrückt, befreit sich in langen Kämpfen, macht sich dann auf die Suche nach seinem Selbst und entdeckt verdutzt, dass es sich einfach nicht entscheiden kann. Manchen führt das in die Depression." Wenn sich aber dieser ganze Zirkus, der sich unser Leben nennt, nur als eine Art Rauschen, mehr ein Spiel, also letztlich als Konstruktion herausstellte, kann dies auch entlastend wirken.

Dies ist nur die gesellschaftspolitische Komponente. Philosophisch wird die Diskussion von dem international bekannten deutschen Pop-Philosophen Thomas Metzinger auf die Spitze getrieben. Er behauptet, dass es selbst so etwas wie Bewusstsein eigentlich gar nicht gibt, und spricht daher konsequenterweise davon "Niemand zu sein" (Being No One). Nach Sokrates' "Ich weiß, dass ich nichts weiß.", nun also "Ich weiß, dass ich niemand bin." Dies bricht offenkundig nicht nur mit der jahrtausende alten Geistestradition, sondern auch mit der eigenen Erfahrung radikal - und ist deshalb so interessant und lesenswert.

Am Ende fragt sich, was denn wird, wenn das Ich bloß Illusion ist. Der Ausblick gibt sich versöhnlich, so heißt das letzte Kapitel "Die Entdeckung des Wir". Dies lässt hoffen. Am Ende des Weges zu uns selbst kommen wir also bei den anderen an. Verpassen Sie nicht diese erkenntnisreiche Reise und lesen Sie dieses bemerkenswerte Buch.

 

Zielgruppe

Alle, die sich fragen, wer wir sind und was wir werden können.

 

Inhalt

Vorwort: Warnung vor Nebenwirkungen

1. Das zerbrechliche Selbst
Die psychiatrische Klinik als philosophische Anstalt

2. Kleine Geschichte des Ichs
Unsere Vorfahren wurden klüger und lernten symbolisches Denken

3. Wissenschaftler in Windeln
Babys entdecken die Welt und sich selbst

4. Baustelle Ich
Wie wir unsere Persönlichkeit zimmern

5. Ich kann auch anders
Mode, Musik und soziale Identität als Inszenierung

6. Erfundene Erinnerungen
Das Gedächtnis fabuliert von der Geschichte unseres Lebens

7. Der automatische Mensch
Wieso unsere Freiheit nicht grenzenlos ist

8. Die Illusion, jemand zu sein
Neurowissenschaftler und ihre Suche nach dem Selbstbewusstsein

9. Himmel im Hirn
Die mystische Antwort auf das Ich-Problem

10. Was aber sollen wir tun?
Leben mit der Ich-Krise

 

Autoreninfo

Werner Siefer, Diplom-Biologe, und Christian Weber, Politologe, arbeiten beide seit mehreren Jahren als Redakteure im Ressort Forschung und Technik des Nachrichtenmagazins Focus. Siefers Spezialgebiete sind Hirnforschung, Life Sciences, Evolution, Anthropologie und Archäologie, Weber ist auf Psychologie, Psychiatrie, Verhaltensforschung und Gesellschaftswissenschaften spezialisiert.

 

Schlagwörter

Selbstmanagement / Psychologie /Neurowissenschaft / Kognitionswissenschaft / Bewusstsein / Identität / Psychopharmakologie / Psychodrogen