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Die ephorie.de IT-Sourcing-Map v3.0Die Orientierungshilfe im stetig wachsenden Dschungel der Outsourcing-KonzepteDie ephorie.de IT-Sourcing-Map ist in ihrer nunmehr dritten Version erschienen. Seit ihrer ersten Veröffentlichung im Jahre 2004 hat sie sich zum allgemeinen Standard für die Gliederung der Thematik in 7 Dimensionen entwickelt und wird in diversen Büchern und Artikeln verwendet und zitiert. Dies ehrt uns - leider müssen wir feststellen, dass sie auch immer häufiger ohne Quellenangabe verwendet wird (insbesondere einige Beratungsfirmen stechen hier leider negativ hervor). Wir bitten Sie daher eindringlich, bei ihrer Nutzung auf die korrekte Zitierweise zu achten: Zitierung
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Beim Sourcing handelt es sich in seiner allgemeinen Form um die klassische Beschaffung von Produkten und/oder Dienstleistungen. Der Begriff ist wertfrei, was die Art und/oder Umfang der Eigenerstellung bzw. Fremdbezug der Leistungen anbelangt. Das IT-Sourcing bezeichnet also die Beschaffung von IT-Produkten und -Diensleistungen. Als Oberbegriff wird Outsourcing oft synonym zu Sourcing benutzt. Outsourcing ist der am häufigsten verwendete Begriff, wird jedoch leider oft sehr unterschiedlich definiert, was eine Vergleichbarkeit der empirischen Befunde sehr erschwert bzw. teilweise unmöglich macht. In seine Bestandteile zerlegt, impliziert er, dass die Beschaffung einer Leistung (meist und auch in unserem Kontext einer IT-Leistung) von einem Unternehmen des externen Marktes erfolgt. In der Verwendung implizierte der Begriff ursprünglich immer den Bezug einer Leistung, die einmal innerhalb des Unternehmens erstellt wurde. In der heutigen Verwendung, insbesondere in Bezug auf modernere Varianten, trifft dies nicht mehr zwangsläufig zu (z.B. Application Service Provider), so dass eine Leistung auch von vornherein im Rahmen eines Outsourcings bezogen werden kann. Externes versus internes Outsourcing Einige Autoren erweitern den Begriff des Outsourcings so weit, dass der Leistungsbezug auch über einen konzerninternen Markt erfolgen kann, d.h. die Leistung innerhalb eines finanziell abhängigen Verbundes bezogen wird. Definitorisch verbindendes Element bleibt jedoch auch hier ein Marktmechanismus zwischen rechtlich selbstständigen Einheiten im Gegensatz zu einer reinen unternehmerischen Aufbauorganisation. Im klassischen Fall wurde vorgeschlagen, von »externem Outsourcing« zu sprechen, also auch »Outsourcing im engeren Sinne«, im zweiten Fall von »internem Outsourcing«, also auch »Outsourcing im weiteren Sinne«. Internes Outsourcing wird auch als Captive Outsourcing bezeichnet. Eine Zwischenstellung nehmen Joint Ventures ein, bei denen der Leistungsnehmer und der Leistungsersteller eine gemeinsame Firma gründen. Diese Konstellation ist oft durch eine angestrebte Erschließung des Drittmarktes motiviert. Insourcing bezeichnet den Bezug einer Leistung von innerhalb einer Unternehmung. Voraussetzung ist jedoch ein formalisierter Bietungsprozess unter Einbeziehung auch externer potenzieller Anbieter, d.h. die bewusste Entscheidung, die Leistung selbst zu erbringen. Der Begriff sagt lediglich etwas zur finanziellen, nicht jedoch zur rechtlichen Stellung des Leistungserbringers aus, d.h., dieser kann auch rechtlich selbstständig sein. Selektives Sourcing versus totales Out- bzw. Insourcing Selektives Sourcing bezieht sich auf den Grad des externen Leistungsbezuges und steht im Gegensatz zum so genannten totalen Outsourcing bzw. totalem Insourcing. Um den Begriff für empirische Untersuchungen anwendbar zu machen, spricht man bei einem Anteil von 20–80% Fremdbezug von selektivem Sourcing. Die Variante ist auch unter den Begriffen Smart Sourcing oder Right Sourcing sowie Outtasking geläufig. Beim Multi-Sourcing handelt es sich um eine Variante des meist totalen Outsourcings, bei der die Leistungen an verschiedene Leistungsersteller vergeben werden, wobei einer davon als Generalunternehmer auftreten kann (aber nicht muss). Es wird auch als Best-(of-breed) Sourcing bezeichnet. Leider werden in der Literatur diese und die vorgenannte Variante häufig nicht klar voneinander abgegrenzt. Im Gegensatz dazu steht das Single-Sourcing, also der Leistungsbezug von nur einem Leistungsersteller. Beim Bezug der Leistung von zwei Leistungserstellern wird von Double Sourcing gesprochen. Beim Backsourcing handelt es sich um den erneuten internen Bezug einer ehemals durch Outsourcing bezogenen Leistung. Während also beim klassischen Outsourcing die vormalige Eigenerstellung definitorisch nicht zwingend notwendig ist, ist es die vormalige Fremderstellung beim Backsourcing. Offshore versus Nearshore versus Onshore Sourcing Als Offshore Sourcing wird die Leistungserstellung im (fernen) Ausland, bezeichnet, also z.B. in Indien oder China. Gründe hierfür sind in erster Linie in der Lohnkostenarbitrage zu suchen. Beim Onshore Sourcing oder Domestic Sourcing verbleibt die Leistungserstellung im Inland, beim Onsite Sourcing sogar weiterhin auf dem eigenen Firmengelände, also an seinem bisherigen Platz. Nur der Betreiber wechselt in diesem Falle. Eine Zwischenstellung nimmt das Nearshore Sourcing ein, welches eine Leistungserstellung im näheren Ausland, also für Deutschland z.B. in Prag oder Budapest, bezeichnet. Bei der flexiblen Nutzung all dieser unterschiedlichen Varianten spricht man auch von Global Sourcing. Beim Value-added Outsourcing handelt es sich um eine Form des Outsourcings, bei dem beide Parteien Kompetenzen einbringen, um zusätzlich den externen Markt zu bedienen. Damit liegt das bestimmende Element in einer partnerschaftlichen Verbindung mit geteilten Einnahmen und Risiken. Co-Sourcing ist ein ursprünglich von EDS (Electronic Data Systems Corporation) kreierter Begriff. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Abrechnung der Leistung nicht mehr auf Basis technischer Einheiten erfolgt (wie z.B. noch bei ASPs), sondern geschäftsprozessorientiert oder sogar erfolgsorientiert in Bezug auf die unterstützte Geschäftseinheit (z.B. umsatzorientiert bei einem elektronischen Buchungssystem). Das Transitional Outsourcing bezeichnet eine Form des Outsourcings, die gerade in Zeiten durch neue Technologien induzierter wirtschaftlicher Dynamik anzutreffen ist: Ein Unternehmen setzt Outsourcing für alte Technologien ein, um seine Ressourcen auf den Aufbau neuer Technologien zu konzentrieren. Transformational Outsourcing stellt eine Zwischenform zwischen klassischem Outsourcing und Beratungsdienstleistung dar, denn es erhebt den Anspruch gleichzeitig die Transformation von Geschäftsprozessen als auch deren Auslagerung zu betreiben. Welcher dieser beiden Komponenten überwiegt, in welcher zeitlichen Reihenfolge diese erfolgen und wie beides sinnvoll verbunden werden kann, ist in der Industrie umstritten. Manche Autoren stellen daher das Konzept insgesamt infrage. Beim Infrastruktur-Outsourcing werden die unteren technischen Systeme, also Infrastruktur und Netzwerkdienste, als Leistung von einem externen Anbieter bezogen. Diese Form des Outsourcings ist die am besten verstandene und dementsprechend auch am häufigsten praktizierte Form des Outsourcings. Das Application Outsourcing (auch Applikations-Outsourcing oder Business Application Outsourcing genannt) bezeichnet den Fremdbezug von (geschäftsrelevanten) IT-Applikationen. Bei den so nutzbaren Applikationen handelt es sich meist um Standardsoftware, wie z.B. Customer-Relationship-Management- (CRM-) oder Enterprise-Resource-Planning- (ERP-) Systeme. Diese sind bis zu einem gewissen Grad an die jeweils eigenen Geschäftsanforderungen anpassbar (engl. customizing). Wenn die Applikationen vorzugsweise über das Internet einer größeren Zahl von potenziellen Kunden angeboten werden, bezeichnet man die Anbieter als Application Service Provider (ASP). Man spricht in diesem Zusammenhang auch allgemein von Net-Sourcing oder E-Sourcing. Business Process Outsourcing (BPO) bezeichnet das Auslagern kompletter Geschäftsprozesse, die nicht als Kerngeschäft angesehen werden. Der Fokus liegt mithin nicht auf Technik, sondern auf Geschäftsrelevanz. Allerdings stehen häufig Prozesse mit einem hohen Anteil an IT-Leistungen im Vordergrund. Beispiele sind Auslagerungen von Einkaufs- oder Personalabrechnungsprozessen. Knowledge Process Outsourcing (KPO) bezeichnet eine jüngere Form des Outsourcings und ist eine spezielle Form des Business Process Outsourcing. Es meint die Auslagerung wissensorientierter, d.h. hoch spezialisierter und komplexer Geschäftsprozesse, wie z.B. Forschung & Entwicklung (F&E) oder Business Intelligence (BI).
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