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Kultur
aus
Karlöf/Lövingsson:
Management von A bis Z
Kultur wird traditionell mit Nationen, ethnischen Gruppierungen und Religionen in Verbindung gebracht. Der Begriff wird jedoch heute auch vielfach benutzt, um die Besonderheiten von Unternehmen und Organisationen zu beschreiben. Im Folgenden verwenden wir den Begriff Unternehmenskultur, er ist jedoch für alle Typen von Organisationen relevant. Unternehmenskultur ist ein Begriff, der Mitte der 1980er Jahre in Managementkreisen etabliert wurde. Die Kultur eines Unternehmens basiert auf den definierten oder impliziten Wertvorstellungen und Normen, die durch historische Ereignisse, starke Persönlichkeiten oder bewusste Entwicklungsarbeit entstanden sind. Jemand hat die Unternehmenskultur einmal als den inneren Kompass für die Mitarbeiter bezeichnet. Die Unternehmenskultur bestimmt die Länge und die Häufigkeit von Besprechungen, die Kleidung, das interne Dialogklima, die Ausführlichkeit von Berichten und so weiter. Die Unternehmenskultur schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit bei den Mitarbeitern. Vor allem der MIT-Professor Edgar H. Schein hat das Thema Unternehmenskultur in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, beginnend 1985 mit dem Buch Organizational Culture and Leadership. Schein betonte die Herausforderung, eine Unternehmenskultur zu ändern, und nannte die CEOs, die auf diesem Gebiet mit «kulturellen Hybriden» wirklich Erfolg gehabt hatten. Dazu gehörte Jack Welch, der die Kultur von General Electric erfolgreich revolutionierte («The body of a large company, the soul of a small company»). Um mit einer Kulturveränderung Erfolg zu haben, ist laut Schein ein Konsens bei fünf Punkten erforderlich:
Gibt es kulturelle Muster, die sich als erfolgreicher als andere erwiesen haben? Eine Studie von Jim Collins und seinem Forschungsteam, bei der 28 Unternehmen fünf Jahre lang analysiert und verglichen wurden, zeigte, dass erfolgreiche Unternehmen zwei sich teilweise widersprechende kulturelle Normen verbinden konnten: Disziplin und Unternehmergeist. Wenn Organisationen wachsen und die Komplexität wächst, ist Disziplin ein notwendiger Bestandteil der Kultur, um das Unternehmen professionell zu betreiben. Die Disziplin kann aber auch die Initiativkraft und Risikobereitschaft des unternehmerischen Geistes ersticken, was zu einer Bürokratisierung der Organisation führt. Diese zwei Kräfte, Disziplin und Unternehmergeist, zu kombinieren, ist nach Collins ein Erfolgsrezept für Unternehmen. Ein schwedisches Beispiel, wo genau das gelang, ist Ikea. Ikea hat viele Jahre lang eine aktive Kulturarbeit betrieben, bei der Ingvar Kamprad stark im Vordergrund stand. Einige Schlagworte von Kamprad aus der Broschüre En möbelhandlares testamente (Testament eines Möbelhändlers), die jedem neu Angestellten überreicht wird, lauten:
Diese Zitate beleuchten Disziplin, vor allem Kostenbewusstsein und ein stark unternehmerisches Klima. Ikea verbreitet seine Kultur durch Symbolik (Bilder und Mythen), Kulturträger, Ausbildung von «Kulturbotschaftern» und dadurch, dass Chefs mit gutem Beispiel vorangehen. Eine andere etablierte Unternehmenskultur ist die von McDonald's Slogan QSCV. QSCV steht für Quality, Service, Cleanliness and Value, d. h. Qualität, Service, Sauberkeit und Wert. Diese vier Kennzeichen sollen der Kitt sein, der McDonald´s unzählige Restaurants rund um den Globus zusammenhält. Chefs werden darin auf der Hamburger University in Chicago trainiert. Es gibt ein dickes Handbuch, das beschreibt, wie die Gebote in die Praxis umgesetzt werden. Alle neu Eingestellten erhalten eine harte Ausbildung in QSCV. Filme, die QSCV verdeutlichen, laufen ständig im Pausenraum. Der Gründer Ray Kroc fungiert als ein Symbol für QSCV und so weiter. Es gibt viele andere Beispiele, so die Geschichten, wie Apple und Microsoft durch Disziplin und Unternehmergeist von Garagenfirmen zu Weltkonzernen aufstiegen. Eine umfassende Untersuchung von kulturellen Unterschieden zwischen Ländern wurde vom holländischen Forscher Geert Hofstede durchgeführt. Das Material ist im Buch Culture's Consequences publiziert. Das Rahmenwerk, das Hofstede für seine Studien entwickelte, kann auch angewendet werden, um Kulturmuster in Organisationen zu beleuchten. Die vier verwendeten Variablen waren:
Einige Risiken starker Unternehmenskulturen sollen auch erwähnt werden:
Richtig angewendet ist die Unternehmenskultur ein effektives Mittel, um das Unternehmen zusammenzuhalten und zu leiten. Lesen Sie weiter im Abschnitt Wertvorstellungen; diese sind eng mit der Unternehmenskultur verbunden. Zurück zum Buch Management von A bis Z |
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