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Strategische Erfolgsfaktoren (Collins und Porras)
aus
Karlöf/Lövingsson:
Management von A bis Z
Copyright (c)
Orell Füssli Verlag, Zürich 2006
James C. Collins und
Jerry I. Porras stellten sich die Frage: Was ist es wirklich, das erfolgreiche
Unternehmen von anderen unterscheidet? Zusammen mit ihrem Forschungsteam
betrieben sie breit angelegte Studien, in denen Unternehmen, die über einen
langen Zeitraum außerordentlich erfolgreich waren (die Forscher sprachen von
«visionären» Unternehmen), mit Durchschnittsunternehmen derselben Branche
verglichen wurden. Das Resultat wurde in dem Buch Built to Last. Successful
Habits of Visionary Companies veröffentlicht.
Die wichtigsten
Schlussfolgerungen der Untersuchung waren:
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Unternehmen, die mit
einer brillanten Geschäftsidee gestartet wurden, sind auf lange Sicht nicht
mehr erfolgreich. Collins und Porras vergleichen erfolgreiche Unternehmen mit
der Schildkröte in der Fabel vom Hasen und der Schildkröte. Sie starten oft
langsam, gewinnen aber auf der langen Distanz.
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Es gibt keinen
Zusammenhang zwischen charismatischer und visionärer Führung und langfristigem
Erfolg.
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Gewinnmaximierung
ist nicht die wichtigste Triebkraft für die erfolgreichen Unternehmen gewesen.
Sie haben ein Ziel und Grundwerte gehabt, die über Gewinnforderungen und
Börsenwert hinausreichten.
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Die Mitarbeiter in
erfolgreichen Unternehmen teilen die meisten Elemente der herrschenden
Unternehmenskultur. Dabei geht es eher darum, eine gemeinsame Ideologie zu
haben, als um «richtige» Wertvorstellungen.
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Erfolgreiche
Unternehmen reagieren nicht mit Veränderungen auf kurzfristige Trends oder
Modeerscheinungen. Wenn Veränderungen vorgenommen werden, dann geschieht es,
ohne die Unternehmensphilosophie aufs Spiel zu setzen.
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Erfolgreiche
Unternehmen fordern sich selbst heraus und setzen sich ehrgeizige Ziele.
Collins und Porras verwenden den Begriff «Big Hairy Audacious Goals», um das
zu beschreiben. Übersetzt bedeutet das ungefähr «große haarige verwegene
Ziele».
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In erfolgreichen
Unternehmen ist das Arbeitsklima stimulierend und angenehm für die, die die
Grundwerte teilen. Für die anderen ist der Arbeitsplatz ein Albtraum.
Allgemeines Wohlfühlen ist kein Kennzeichen erfolgreicher Unternehmen, eher
eine Zweiteilung in «fühle mich hier ausgesprochen wohl» und «fühle mich hier
überhaupt nicht wohl».
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Visionäre
Unternehmen folgen nicht sklavisch einmal aufgestellten Plänen, sondern neigen
zu Opportunismus und Experimenten. Sie testen vieles und behalten das bei, was
funktioniert. Collins und Porras bringen hier den Vergleich mit Charles
Darwins Vorstellung vom Überleben des Anpassungsfähigsten («survival of the
fittest»).
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Der höchste Chef in
visionären Unternehmen (Geschäftsführer/Konzernchef) stammt fast immer aus den
eigenen Reihen. Intern rekrutierte Chefs waren in erfolgreichen Unternehmen
sechsmal häufiger als in Vergleichsunternehmen.
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Visionäre
Unternehmen stehen eher mit sich selbst im Wettbewerb als dass sie versuchen,
Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Sie sind mit dem Erreichten nie
zufrieden und wollen sich ständig weiterentwickeln und besser werden.
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Visionäre
Unternehmen denken «und» statt «oder». Sie lassen sich nicht darauf festlegen,
stabil oder progressiv zu sein, Aktionäre zufrieden zu stellen oder
den internen Wertvorstellungen zu folgen usw. Sie streben danach, beides
gleichzeitig zu erreichen. Es ist möglich, wie Collins und Porras schreiben,
«den Kuchen zu essen und zu behalten».
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Visionäre
Unternehmen konzentrierten sich mehr darauf, den Erfolg zu erreichen, als zu
dokumentieren, wie Erfolge erreicht werden sollen. Dokumentierte Visionen gab
es gewiss auch in den erfolgreichen Unternehmen, aber nur als Teilkomponente
unter vielem anderen.
Man sollte nicht
vergessen, dass Collins’ und Porras’ Forschung von großen, multinationalen,
mehrheitlich amerikanischen Unternehmen ausging. Im Management- und
Strategiebereich gibt es jedoch einen auffallenden Mangel an
Forschungsresultaten, die Hinweise geben könnten, was gewisse Unternehmen
erfolgreicher macht als andere. Es liegen vor allem Fallstudien vor, in denen
ein erfolgreiches Geschehen nachträglich beschrieben wird. Obwohl viele
Erkenntnisse von Collins und Porras nicht auf alle Unternehmenstypen und alle
Länder übertragen werden können, können sie Chefs und Unternehmensentwicklern
doch Inspiration geben und interessante Fragestellungen anregen.
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