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Reinhard Sprenger: Mythos Motivation

Wege aus einer Sackgasse - auch als Hörbuch!

"Motivieren ist Demotivieren."

 

 

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Warum sollte man dieses Buch lesen?
Motivieren ist Demotivieren. Reinhard Sprenger sieht in den vielfältigen Motivierungspraktiken die falschen Stellhebel, subtile Formen der Manipulation und ein Zeichen des Misstrauens. Wesentlich effektiver ist das Vertrauen in die Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter.
 
Erste Übersicht
Sprenger analysiert die weit verbreiteten Anreizsysteme und »Antreibertechniken« in den Unternehmen sowie ihre kontraproduktiven Folgen. Belohnungen erzielen zwar kurzfristig die gewünschte Wirkung, aber der Preis dafür ist ein erhöhter Einsatz. Die Mitarbeiter werden unzufrieden, sie empfinden die Belohnung als Bestechung. Sprengers Alternativen lauten: Fordern statt Verführen, Lassen statt Machen, Rahmenbedingungen für individuellen Spielraum schaffen sowie klare Vereinbarungen und Commitment.
 
Der Inhalt im Einzelnen

1. Sichtungen

Motivation ist nicht gleichbedeutend mit Motivierung:
Motivation ist der Zustand aktivierter Verhaltensbereitschaft des Mitarbeiters, also die Eigensteuerung des Individuums.
Motivierung ist das Erzeugen, Erhalten und Steigern der Verhaltensbereitschaft durch den Vorgesetzten beziehungsweise durch Anreize, also Fremdsteuerung. Führungskräfte sprechen von Motivation, meinen aber Motivierung. Damit verdecken Sie, dass sie eigentlich Fremdsteuerung und Manipulation der Mitarbeiter meinen. Trotzdem fragen sie sich: Wie bekomme ich die ganze Arbeitskraft meiner Mitarbeiter? Diese Frage beinhaltet unausgesprochen folgende Voraussetzung: Die Mitarbeiter leisten aus sich heraus nicht das, was sie sollen und wofür sie bezahlt werden. Sie betrügen den Arbeitgeber um einen Teil der Arbeitskraft, die er bezahlt.
Ein Vorgesetzter neigt dazu, seinen Mitarbeitern zu misstrauen, wenn er sich selbst misstraut: Ein Chef, der sich selbst misstraut, hegt entsprechende Erwartungen und setzt damit den Teufelskreis Misstrauen – Kontrolle – Kontrollumgehung – Misstrauen in Gang.
Ergebnisse des Misstrauens sind eine »Verdachts-Organisation « und eine »Verdachts-Kultur«, in der Verantwortung oligopolisiert wird, Initiative und Ideenentfaltung gelähmt werden, in der schlechtes Informationsverhalten, einsame Entscheidungen und Cliquenwirtschaft die Tagesordnung bestimmen.
Das Menschenbild der Motivierung sieht also so aus:
Menschen sind tendenziell Leistungsverweigerer.
Menschen sind hierarchisch gestaffelte Bedürfnisbündel.
Menschen sind Reiz-Reaktions-Maschinen. Wie kann ich einen Mitarbeiter dazu bringen, etwas zu tun, was er allein aus sich heraus nicht tun will? Durch Motivierungsstrategien. Diese sind Kombinationen von Verhaltensweisen, die durch die fünf großen »B« gekennzeichnet sind: Bedrohen, Bestrafen, Bestechen, Belohnen, Belobigen.
Ausformungen der Kombinations-Grundmuster sind:
Die Strategie »Zwang«: Der Vorgesetzte gibt seinem Mitarbeiter zu verstehen: Tu, was ich sage, sonst werde ich dich bestrafen! Oder positiv formuliert: Funktioniere, dann bleibst du ungeschoren! Motivierungstechniken sind hier vor allem Bedrohen und Bestrafen.
Die Strategie »Ködern«: Der Vorgesetzte bleibt freundlich: Tu, was ich sage, sonst schadest du dir selbst. Sein Versprechen lautet: Streng dich an, dann bekommst du, was dir zusteht. Die Motivierungshilfen sind indirektes Belohnen und indirektes Bestrafen.
Die Strategie »Verführung«: Der Vorgesetzte ruft seinem Mitarbeiter zu: Tu, was ich sage – aber gerne! Sein Versprechen: »Sei mein, dann fühlst du dich großartig!« Hier herrscht Manipulation vor. Die Motivierungstechniken sind Bestechen, Belohnen und Belobigen.
Die Strategie »Vision«: Wo materielle Anreize nicht mehr die erwünschte Wirkung zeigen, wird die »Idee« reklamiert. Ziel ist die »volle Identifikation«. Diese Forderung hat eine totalitäre Spitze, die in den Bereich der Entmündigung angesiedelt werden kann.

2. Entlarvungen

Loben spannt einen weiten Bogen: von Anerkennung, die von Herzen kommt, zu dem Bedürfnis, das Macht über Menschen heißt. In der Managementlehre hatte in den vergangenen Jahren die Führungstechnik des Lobens Konjunktur. Doch Lob wird in den Unternehmen hochgradig manipulativ gehandhabt. Lob und Tadel gehören als Wortverbindung zusammen. Heute heißt es: Lob und Kritik. Das ist nichts anderes als eine manipulative Wechselbadpolitik.
Das bedeutet nicht, dass eine Führungskraft Lob vermeiden soll. Sie sollte es allerdings als Anerkennung und Ernstnehmen zeigen. Hierzu muss der Mitarbeiter Reaktion spüren, Feedback erhalten. Anerkennung und positive Zuwendung äußern sich zudem durch Freundlichkeit und Aufmerksamkeit.

3. Führungen

Alle Menschen verfügen über ein hohes Aktionspotenzial, also die Fähigkeit und die grundsätzliche Bereitschaft zu arbeiten. Aufgabe der Führungskräfte ist es, diese Bereitschaft zu entwickeln:
Fordern statt verführen: Eine Führungskraft hat das Recht und die Pflicht, an den Mitarbeiter klare Forderungen zu stellen, Vereinbarungen zu treffen und diese zu kontrollieren. Ein klares Forderungsverhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist erheblich leistungsorientierter und konsequenter als Belohnungs-Bestrafungs-Systeme. Besonders geeignet für diese Art von Führungsverständnis ist das dialogische Führen, also möglichst viele Sichtweisen einbeziehen und auf breitem Konsens beschließen.
Demotivation vermeiden: Motivierung kommt immer zu spät: Ein Demotivierter ist nicht zu motivieren. Lieber sollte man sich um die Gründe seiner Demotivation kümmern. Dies geschieht durch Beobachten und Fragen: einen Dialog führen über das, was demotiviert.
 

Im Umfeld des Themas Das Buch wurde sofort nach Erscheinen zum Bestseller; mittlerweile liegt es in der 17. Auflage vor. Reinhard Sprenger berichtet darin aus seinen Erfahrungen als Leiter der Personalentwicklung in einem weltweit tätigen Industrieunternehmen und als Managementberater. Wie bereits in seinen Vorgängerbüchern haben auch in diesem Buch seine provokativen Thesen die Leser in zwei Lager gespalten: Die einen sind der Auffassung, der Inhalt sei zu süffisant, andere meinen, dass Sprenger nur das ausspricht, was viele Führungskräfte schon lange denken. Sprenger ist Deutschlands meistgelesener Managementautor.
 
Quelle
Campus Management
 
Schlagwörter Personalwesen / Mitarbeiterführung / Motivation / Motivierung/ Eigenverantwortung / Leistungsbereitschaft