Dieses Buch stammt nicht von irgendwem, sondern aus der Feder eines der
renommiertesten Wirtschaftswissenschaftler unserer Zeit: John K. Galbraith.
Wahrscheinlich ist Galbraith auch deshalb so anerkannt, weil er sich niemals
durch vordergründige wirtschaftliche Interessen korrumpieren lassen hat -
und dieses Buch steht in jener guten Tradition.
Was meint Galbraith nun mit "unschuldigem Betrug"? Er bezeichnet damit das
Phänomen, dass sich im Wirtschaftsleben gerade auch diejenigen vor den
Karren von mächtigen ökonomischen Interessen spannen lassen, deren eigene
Interessen jenen eigentlich diametral entgegengesetzt sind. Dies beginnt,
wie so oft, schon bei der Verwendung der Sprache.
Nach Galbraith müsste man inzwischen bei unserem Wirtschaftssystem
eigentlich unverhohlen vom "System der Konzerne" sprechen, und doch findet
dieser offensichtliche Sachverhalt im öffentlichen Diskurs kaum die
notwendige Aufmerksamkeit. Doch auch an anderer Stelle legt Galbraith den
Finger in die Wunde: "Wir haben uns voll und ganz mit der Tatsache
abgefunden, dass diejenigen am großzügigsten entlohnt werden, die den
meisten Spaß bei der Arbeit haben."
Das Buch wimmelt
von pointierten Apercus, wobei eines doch deutlich wird: Galbraith ist kein
eigentlicher "Linker", sondern eher ein Kapitalist, der den Kapitalismus vor
sich selber schützen, ja vielleicht sogar retten will. Und kaum ein anderer
könnte dies,
ob seiner großen Lebenserfahrung,
überzeugender und rhetorisch brillanter als er.