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Gunter Dueck: Omnisophie

Über richtige, wahre und natürliche Menschen

"Kennen Sie die Bücher von Joanne K. Rowling? Hermine ist ein richtiger Mensch. Harry Potter ist ein wahrer Mensch und Ron ein natürlicher."

 

 

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bullet Inhaltsverzeichnis
bullet Poster: Sinn des Lebens - made by Dueck

 

Bewertung (max. 10)
10
 
Review
Dies gleich vorweg: Nehmen Sie sich Zeit - es handelt sich bei diesem knapp 470-Seiten-Buch nur um den ersten eines auf drei Bände angelegten Philosophie-Werkes. Eines verspreche ich Ihnen jedoch: Sie werden die Welt hinterher mit anderen Augen sehen!
Wie viele Bücher der Philosophie handelt auch dieses vom so genannten höchsten Gut - es geht also um Ethik. Dabei stellt sich Dueck bewusst auf die Schultern von Riesen: Aristoteles, Platon, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Epikur, Aristippos und andere. Der Duecksche Ansatz ist dabei allerdings nicht postmodern-eklektizistisch, sondern holistisch-integrativ. Er teilt die Menschen in verschiedene Arten, Strategien und Richtungen ein, denen jeweils ein eigenes höchstes Gut zugesprochen werden kann. Damit erkennt er den Absolutheitsanspruch der meisten Philosophien nicht an und schafft gleichzeitig eine neue Metaethik. Problematisch erscheint allerdings, dass auch diese ihrerseits einen Absolutheitsanspruch erhebt: "Die Gegenargumente passen ganz genau zum Typ der Menschen", sagt Dueck und nimmt allen damit pauschal die Falsifikationslegitimation.
Obzwar schon Nietzsche fand, dass sich jeder seine Philosophie passend zur Vita wählt, ist Wesen der meisten Philosophien vom höchsten Gut, dass sie davon handeln, was der Mensch anstrebe - mithin normativ oder präskriptiv sind. Der Duecksche Ansatz ist dagegen eher deskriptiv, d.h. er sieht in den verschiedenen Ethiksystemen unterschiedliche "Gehirnnutzungsvarianten". Es gibt jedoch auch eine normative Komponente, wenn Dueck fordert, dass man sich in seinem Leben für genau ein Ethiksystem entscheiden solle, d.h. es handelt sich um keine Philosophie der Beliebigkeit, und weiterhin, wenn Dueck eine klare Präferenz für den von ihm so genannten wahren, intuitiven Menschen erkennen lässt. Hier spielt er jedoch mit offenen Karten - rechnet er sich doch selbst zu jenem Typus Mensch.
Wirklich neu - und lobenswert interdisziplinär - ist die Beschreibung dieser Ethiksysteme im informationstechnisch-mathematischen Rahmen. Dabei geht es sowohl um die klassische von-Neumann-Architektur als auch um konnektionistische Verfahren der Künstlichen Intelligenz, neuronale Netze. Außerdem wird eine von Dueck und Ahlswede Ende der 80'ziger entwickelte neue Theorie der Nachrichtenidentifikation überzeugend integriert.
Alles in Allem bringt Dueck die Kantsche Frage 'Was soll ich tun?" auf seinen ganz persönlichen Punkt und schenkt dem Leser eine fulminante Tour de force durch zweieinhalbtausend Jahre nicht nur abendländische Geistesgeschichte.
Berücksichtigt man noch den typisch Dueckschen Sprachstil - eine Art lebendiger innerer Monolog - so bleibt nur zu schreiben, was man als Rezensent so eigentlich nie schreiben sollte: Ein jeder lese dieses Buch!

Holger von Jouanne-Diedrich, Chefredakteur

 
Zielgruppe
Menschen (Duecks eigene Angabe zur Zielgruppe)
 
Lessons learned Nach der Lektüre des Buches kennen Sie
1) den Unterschied zwischen richtigen, wahren und natürlichen Menschen und
2) was dieser für unser Leben bedeutet.
 
Kurz-Abstract
• Dueck unterscheidet beim Menschen drei Arten, vier Strategien und fünf Richtungen.
• Die drei Arten sind die richtigen, die wahren und die natürlichen Menschen.
• Für richtige Menschen steht das System an erster Stelle, bei wahren Menschen ist dies die Idee, bei natürlichen der Wille.
• Beispiele für richtige Menschen sind Aristoteles und Konfuzius, für wahre Menschen Jesus, Buddha und Platon, für natürliche Menschen Epikur und Aristippos.
• Alle drei Arten haben ihre informationstechnischen Analoga: richtig - klassische von-Neumann-Architektur, wahr - neuronale Netze, natürlich - Anzeichen-Identifizierer, Seismographen bzw. Flash-Mode-System. Letzteres bezieht sich auf eine Theorie der Nachrichtenidentifikation v. Dueck, Ahlswede.
• Die vier Strategien findet Dueck in Leithirschen, Beutesuchern, Zaunkönigen und Burgenbauern.
• Die fünf Richtungen sind Ethik, Erleuchtung, Heroik, Ästhetik und Ktisis (gr. ktiðsiv: Schöpfungsakt, Erschaffung von Neuem).
• Richtige und wahre Menschen können sich nicht verstehen und bekämpfen einander, beide gemeinsam bekämpfen die natürlichen Menschen - aber auch wahre Menschen mit divergierenden Ideen kommen nur schlecht miteinander aus.
• Unsere Gesellschaft wird durch richtige Menschen dominiert - in der durch die neuen Informations- und Kommunikationstechniken geprägten Wissensgesellschaft benötigen wir jedoch mehr intuitive, d.h. wahre Menschen.
 
Autoreninfo
Professor Dr. Gunter Dueck, Jahrgang 1951, lebt mit seiner Frau Monika und seinen Kindern Anne und Johannes in Waldhilsbach bei Heidelberg. Er studierte von 1971-75 Mathematik und Betriebswirtschaft, promovierte 1977 an der Universität Bielefeld in Mathematik. Er forschte 10 Jahre mit seinem wissenschaftlichen Vater Rudolf Ahlswede zusammen, mit dem er 1990 den Prize Paper Award der IEEE Information Theory Society für eine neue Theorie der Nachrichtenidentifikation gewann. Nach der Habilitation 1981 war er fünf Jahre Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld und wechselte 1987 an das Wissenschaftliche Zentrum der IBM in Heidelberg. Dort gründete er eine große Arbeitsgruppe zur Lösung von industriellen Optimierungsproblemen und war maßgeblich am Aufbau des Data-Warehouse-Service-Geschäftes der IBM Deutschland beteiligt. Gunter Dueck ist einer der IBM Distinguished Engineers, IEEE Fellow, Mitglied der IBM Academy of Technology, Mitglied im Präsidium der GI und der DMV. Er arbeitet an der technologischen Ausrichtung der IBM mit, an Strategiefragen, an Cultural Change.
 
Schlagwörter Management / Neuronale Netze / Philosophie / Psychologie / Weiterbildung
 
Weitere Titel

Dueck's Trilogie