1. Humankapital: der Hebel zum Gewinn
in der Wissensökonomie
Das Management hat die Aufgabe, drei Arten von Informationen zu bündeln:
• Daten über das Unternehmen. Sie geben Auskunft darüber, was die
Organisation an geistigem Kapital, Prozessen und Kultur aufweist.
• Daten über Beziehungen. Sie sagen, was Außenstehende vom Unternehmen
brauchen und wollen.
• Daten über die Mitarbeiter. Sie zeigen, wie die einzige aktive
Vermögensanlage, das Humankapital, das Unternehmen in Richtung seiner Ziele
voranbringt.
Hierfür ist eine besondere Messmethodik erforderlich.
2. Den Beitrag
des Humankapitals zu den Unternehmenszielen messen
Ausgangspunkt der Messung sind verschiedene Kennzahlen an
der Schnittstelle zwischen Humankapital und Finanzen:
• Umsatzfaktor des Humankapitals (Human Capital Revenue
Factor, HCRF),
• Human Economic Value Added (HEVA),
• Kostenfaktor Humankapital (HCCF),
• Wertschöpfung des Humankapitals (Human Capital Value
Added, HCRF),
• Kapitalrendite des Humankapitals (Human Capital
Return on Investment, HCROI),
• Marktwert des Humankapitals (Human Capital Market
Value, HCMV).
Aus diesen Kennzahlen wird eine Humankapital-Scorecard entwickelt, die
quantitative und qualitative Indikatoren für die Leistung enthält und
veranschaulicht, wie finanzielle und personelle Maßstäbe anzuwenden sind.
3. Den Einfluss
des Humankapitals auf die Unternehmensprozesse messen
Prozesse im Unternehmen bieten fünf Wertschöpfungsansätze:
• Gestellte Anforderungen: Bei klaren Anforderungen sinkt die
Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen und Fehlern.
• Störungen von außerhalb des Prozesses: Durch Zusammenarbeit mit
angrenzenden Unternehmensbereichen kommen Informationen pünktlich und in
brauchbarem Zustand.
• Ausführende Mitarbeiter: Ausbildung, Kommunikation, Überwachung und
Anreize führen zu einem angemessenen Leistungsniveau.
• Feedback: Umgehende und genaue Informationen über Ergebnisse
reduzieren Fehler und erlauben Korrekturen.
• Konsequenzen: Durch faire und zeitnahe Sanktionen erfahren
Mitarbeiter, wie wertvoll die Einhaltung oder Überbietung von Erwartungen
ist.
4. Die
Wertschöpfung des Humankapitals messen
Wertschöpfung beginnt mit dem Management des Humankapitals.
Diese umfasst sechs Aufgabenbereiche:
• Bewertung: Sie ist integraler Bestandteil einer effektiven
Ausübung der anderen fünf Tätigkeiten.
• Planung: Ein Ansatz zu effektiver Personalplanung ist der
Blick auf den Prozentsatz von Positionen, die intern besetzt werden können.
• Gewinnung: Auf der Basis der Planung müssen Mitarbeiter für
Teil- oder Vollzeitstellen gewonnen werden.
• Pflege: Humankapital wird hauptsächlich durch die
Gesamtvergütung in Form von Bezügen und Nebenleistungen gepflegt.
• Fortbildung: Das volle Potenzial von Humankapital lässt sich
nur ausschöpfen, wenn es trainiert wird.
• Bindung: Kompetente Mitarbeiter müssen an das Unternehmen
gebunden werden.
Die Leistungsbewertung des Humankapitals erfolgt anhand einer
Leistungsmatrix. Die Matrixkennzahlen sind Kosten, Zeit, Quantität, Fehler
und Reaktionen.
5. Die
Nutzeneffekte des Humankapitals integral erfassen
Die einzelnen Komponenten müssen zu einem kohärenten System
zusammengefasst werden, um die Verknüpfungen und Wechselwirkungen zwischen
ihnen zu erfassen. Hierfür sind die Wirkungsverläufe abzubilden. Da Ziele
ein Unternehmen vertikal durchziehen und Prozesse horizontal und diagonal
verlaufen, kann eine positive oder negative Handlungsweise in einem
Funktionsbereich oder Arbeitsablauf im ganzen Unternehmen nachwirken.
6. Den
Ertrag des Humankapitals optimieren
Bei der Planung beispielsweise ist es erforderlich, die
Unternehmensziele und deren äußere Einflusskräfte sowie ihre Umsetzung in
den einzelnen Bereichen zu kennen. Bei der Gewinnung kompetenter Mitarbeiter
müssen die kostenspezifischen, zeitlichen, quantitativen und qualitativen
Erfordernisse bekannt sein, dann lässt sich eine entsprechende Strategie und
Taktik entwickeln. Was die Bindung betrifft, so müssen Mitarbeiter das
Gefühl haben, dass ihre Vorgesetzten auch menschlich an ihnen Anteil nehmen.
7. Leitprinzipien
Die Bewertung des Humankapitals wird von folgenden
Leitprinzipien bestimmt:
• Die Wissensökonomie wird von Mitarbeitern und Informationen bestimmt.
• Management erfordert relevante Daten über das Humankapital.
• Stichhaltigkeit setzt Konsequenz voraus.
• Die Analyse legt den Weg zum Erfolg frei.
• Das Humankapital nutzt andere Kapitalformen zur Wertschöpfung.
• Erfolg erfordert Engagement.
• Zielführende Indikatoren vermindern die Unberechenbarkeit.
• Führungskräfte sind der Schlüssel zur Nutzung des Humankapitals.