1. Die Stabilitätsstrukturen
Unternehmen sollten sich nicht auf den Wandel fixieren,
sondern sich um maximale Stabilität bemühen, in die Innovationen integriert
sind. Für ein erfolgreiches Wachstum müssen sie eine »stabile Innovation«
verfolgen. Es gibt vier Kategorien betrieblicher Umgebungsbedingungen, die
völlig unterschiedliche Innovationsmuster erfordern:
• Das schrittweise Innovationsmuster
eignet sich für eine Umgebung, in der nur gelegentlich änderungsbedingte
Störungen auftreten und in der die Faktoren bekannt sind.
• Das sprunghafte Innovationsmuster tritt in
Unternehmen auf, die gelegentlich mit Änderungen konfrontiert sind, wobei
während des Übergangs vom ursprünglichen in den neuen Zustand ein starker
Impuls zu spüren ist.
• Das sich ständig wiederholende Innovationsmuster
tritt in Firmen auf, in denen immer wieder vergleichbare Innovationen
erforderlich sind.
• Beim unendlichen Innovationsmuster sind die
Unternehmen mit schnellen, tief greifenden Änderungen konfrontiert, über die
keinerlei Erfahrungswerte vorliegen.
Für jedes dieser Innovationsmuster gibt es eine Stabilitätsstruktur:
• Pyramidenstruktur: Sie sorgt im Umfeld der
schrittweisen Innovation für Stabilität, indem eine lange Phase der
Anpassung erfolgt.
• Würfelstruktur: Sie dehnt Stabilitätsperioden
aus, indem einzelne Veränderungen gesammelt werden und als sprunghafte
Innovationen erfolgen.
• Zylinderstruktur: Sie minimiert Störungen
durch die Integration sich wiederholender Innovationen in die
Geschäftsabläufe.
• Kugelstruktur: Sie minimiert Störungen in der
Umsetzung unendlicher Innovation, indem sie in alle Richtungen flexibel ist,
aber nur den Weg weiterverfolgt, der sich als der stabilste
herauskristallisiert.
2. Strategie, Taktik,
Geschäftsprozesse, Teamarbeit, Qualität und Kommunikation
Für die stabile Innovation sind sechs Aspekte von Bedeutung: Strategie,
Taktik, Geschäftsprozesse, Teamarbeit, Qualität und Kommunikation. Diese
Stabilisatoren wirken in den vier geometrischen Strukturen wie folgt:
Pyramide:
• Die Strategie hilft dabei, Änderungen der Umgebungsbedingungen im
Voraus zu erkennen, und ermöglicht dadurch schrittweise Innovation.
• Die Taktik überbrückt Strategie, Geschäftsprozesse und sichert somit
schrittweisen Wandel.
• Die Geschäftsprozesse setzen schrittweise Verbesserungen effektiv um.
• Die Teamarbeit schafft Spielraum für ungewöhnliche Ereignisse.
• Die Qualität sorgt für eine genaue Beschreibung der aktuellen
Geschäftsrealität.
• Die Kommunikation festigt Strukturen und fördert Kooperation bei
schrittweisen Verbesserungen.
Würfel:
• Die Strategie ermöglicht die Planung der Ruhe- und Übergangsphasen.
• Die Taktik schafft während der Ruhephasen Erfahrungswerte über
strategische Prioritäten und hilft, diese für Entscheidungen während der
Übergangsphasen anzuwenden.
• Die Geschäftsprozesse schaffen zuverlässige Meilensteine und
materielles Vermögen während der Ruhephasen und ermöglichen in Zeiten des
Wandels schnelle Übergänge.
• Die Teamarbeit sorgt für ein angenehmes Arbeitsklima sowie für
Flexibilität in der Übergangsphase.
• Die Qualität fördert Höchstleistungen während stabiler Phasen und
schafft größeren Handlungsspielraums beim Übergang.
• Die Kommunikation sorgt für Kontinuität und
Anpassungsvermögen.
Zylinder:
• Die Strategie sensibilisiert Mitarbeiter dafür, zu
erkennen, ob Flexibilität von momentaner oder dauerhafter Bedeutung ist.
• Die Taktik stellt sicher, dass in den Zyklen
erlerntes Wissen in strategische Entscheidungen einfließt.
• Die Geschäftsprozesse bieten für jeden Zyklus
detaillierte Arbeitspläne.
• Die Teamarbeit stellt sicher, dass die Lernfähigkeit
erhalten bleibt.
• Die Qualität erarbeitet die größten gemeinsamen
Nenner der Störungen und integriert sie in das Unternehmen.
• Die Kommunikation sorgt für den reibungslosen Ablauf
in den Zyklen.
Kugel:
• Die Strategie vergrößert das Spektrum an Optionen.
• Die Taktik konzentriert sich auf das Management der
aktuellen Optionen.
• Die Geschäftsprozesse schaffen Voraussetzungen für
die maximale Anzahl von Optionen bei minimalen Investitionen.
• Die Teamarbeit schafft ein Arbeitsklima, in dem der
Einzelne zu unternehmerischem Handeln ermutigt wird.
• Die Qualität ermöglicht Experimente.
• Die Kommunikation vereinfacht es, sich von vorherigen
Projekten zu trennen und neue anzugehen.
3. Der größere
Zusammenhang
Für jede der vier stabilen Innovationsstrukturen gibt es einen optimalen
Führungsstil: Der »Wachmann« schafft und erhält Stärke und Solidarität durch
beständigen Fortschritt. Der »Baumeister« baut regelmäßig seinen
Geschäftsbereich um, wobei er sich zuerst auf die effektivste
Übergangsmethode konzentriert und erst später auf die Effektivität des
fertigen »Neubaus«. Der »Experte« liebt es, Grenzen zu überwinden;
Professionalität ist für ihn eine Kombination aus Fachwissen und
Herausforderungen. Der »Abenteurer« schließlich stürzt sich gern in neue
Wagnisse.