"Alle Macht geht vom Volke aus", heißt es in unserer Verfassung. Allerdings
scheint es dieser Tage manchmal so, als wenn der Souverän nicht so recht
wüsste, was er mit dieser Macht anstellen soll. Zeit also, jemanden zu Wort
kommen zu lassen, der über den Tellerrand, sprich die Bundestagswahl hinaus
blicken kann. Ulrich Beck gilt als bedeutender Gesellschaftsforscher und da
sich nach der Wahl in NRW die Ereignisse überschlugen, hat er dieses kleine
Büchlein (128 Seiten) in der Rekordzeit von angeblich nur drei Tagen (!) heruntergeschrieben.
Herausgekommen ist jedoch alles andere als ein mit
heißer Nadel gestrickter, nach Aktualität heischender Text. Geschickt
angelehnt an Kafkas berühmte Erzählung Die Verwandlung diagnostiziert
er zuerst die teilweise dramatischen Herausforderungen, mit denen
Deutschland in Zeiten der Globalisierung fertig werden muss. Danach entlarvt
er die im Wahlkampf lautstark präsentierten Patentrezepte der Parteien als
an den eigentlichen Problemen vorbei zielend, da sie diese auf
nationaler Ebene zu lösen suchten. Dieser einstmals so erfolgreiche Weg sei
heute jedoch nicht mehr möglich, so Beck, da auch die Probleme nicht mehr
national seien. Vielmehr erforderten diese ein international koordiniertes
Vorgehen, was realpolitisch nichts anderes als eine europäische Politik
bedeute.
Insgesamt ist Becks Analyse klarsichtig und konsequent formuliert. Das
Problem ist und bleibt allerdings, dass keine der zur Wahl stehenden
Parteien dies als Programm anzubieten hat.
Dieses Buch sollte daher Pflichtlektüre für die Politiker aller Parteien
werden, aber auch für Sie als Souverän gilt: Wählen Sie dieses Buch, denn
"Alle Macht geht vom Volke aus".