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Nearshoring-Standort Wales: exklusiv-Interview mit David Parker
in Kooperation mit der Welsh Development Agency

 

Welsh Development Agency

ephorie.de: Herr Parker, was hat die Welsh Development Agency für Aufgaben?

David Parker: Die Welsh Development Agency (WDA) ist erster Ansprechpartner für alle Unternehmen, die Investitionen in Wales planen. Das Ziel der WDA: Wales Stellung als modernen und leistungsfähigen Investitionsstandort für ausländische Firmen fördern. Die internationale Abteilung der Welsh Development Agency bietet Unternehmen, die in Wales und von Wales aus aktiv werden möchten, umfassende Dienstleistungen im Projektmanagement. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Unternehmen, die sich in der Region niederlassen möchten, mit den entscheidenden Organisationen zusammen zu bringen, die zu ihrem Erfolg beitragen können. Damit möchten wir jedem einzelnen Unternehmen einen möglichst reibungslosen wirtschaftlichen Einstieg ermöglichen. Die Unterstützung durch die WDA umschließt dabei viele Bereiche: Beschaffung von Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, Suche nach geeigneten Standorten und Immobilien, Recherche und Vermittlung finanzieller Unterstützung und Beratung zur breiten Palette von verfügbaren Subventionen und finanziellen Fördermöglichkeiten. Außerdem stellen wir Kontakte zu wirtschaftlichen Foren und Branchenverbänden und Universitäten her.

ephorie.de: Was ist Ihre genaue Tätigkeit dort?

David Parker: Ich gehöre einem Team innerhalb der WDA an, welches darauf abzielt, ausländische Investoren in Schlüsselsektoren für den Standort Wales zu gewinnen. Insbesondere die Bereiche IT, Finanzdienstleistungen und Shared Services sind auf unserer Wunschliste.

ephorie.de: Können Sie uns bitte einige Rahmendaten zur wirtschaftlichen Situation von Wales geben?

David Parker: Wales ist Teil Großbritanniens und hat circa 3 Millionen Einwohner. Die Zahl der Arbeitnehmen in Wales beläuft sich auf 1.308.000, und die Arbeitslosenquote gehört mit konstant unter 5 Prozent zu den niedrigsten in der Europäischen Union. Die Bruttowertschöpfung im Jahr 2004 ist im Vergleich zu 2003 um 5 Prozent gestiegen und betrug umgerechnet rund 58 Milliarden Euro. Obwohl in Wales nur 4,9 Prozent der britische Gesamtbevölkerung leben, konnte die Region von April 2003 bis März 2004 mehr Arbeitsplätze neu schaffen und sichern als jede andere Region in Großbritannien. Die britische Körperschaftssteuer beträgt lediglich 30 Prozent – damit ist Wales für ausländische Investoren einer der rentabelsten Standorte in Europa. Auch die Sozialabgaben von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gehören mit 11,8 bzw. 10 Prozent zu den niedrigsten in Westeuropa.

ephorie.de: Wie ist die Situation bei den ausländischen Direktinvestitionen?

David Parker: In den letzten 20 Jahren entschieden sich etwa 450 internationale Unternehmen für den Standort Wales und investierten 23 rund Milliarden Dollar. Darunter unter anderem 170 amerikanische, 197 europäische und 58 japanischen Unternehmen.

ephorie.de: Was bieten Sie ausländischen Investoren konkret an finanziellen Hilfestellungen an?

David Parker: Die Zuschüsse und finanziellen Anreize, die in Wales zur geboten werden, werden von einer Reihe von Organisationen, darunter die Regionalversammlung, die WDA und die Europäische Kommission zur Verfügung gestellt. Teilregionen von Wales sind beispielsweise von der Europäischen Union zu Fördergebieten mit Ziel-1-Status erklärt worden. Diesen Gebieten stehen die höchstmöglichen finanziellen Hilfen zu, die derzeit in der Europäischen Union gewährt werden. Die so genannten RSA-Zuschüsse können je nach Projekt bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kapitalausgaben oder der abgrenzbaren Nettolohnkosten für neue Arbeitsplätze über einen Zeitraum von zwei Jahren betragen. Weitere Förderprogramme sind der Business Development Grant der WDA zur Erschließung von Industrieflächen oder der Assembly Investment Grant für kleine und mittlere Unternehmen.

ephorie.de: Gibt es weitere Punkte, die für die Region sprechen?

David Parker: Wales bietet Unternehmen ein stabiles Wirtschaftsumfeld. Die Mitarbeiterfluktuation ist in Wales signifikant niedriger als in anderen Regionen Großbritanniens. Das spielt eine große Rolle, insofern es die langfristige Stabilität von geschäftlichen Aktivitäten betrifft. Wales verfügt zudem über ein guten Angebot an qualifizierten Arbeitskräften, von dem Arbeitgeber umgehend profitieren können. Ungefähr 100.000 Studierende sind an walisischen Universitäten eingeschrieben.

ephorie.de: Wenn man sich einige Schlagzeilen der englischen Boulevardpresse oder bestimmte Sendungen des englischen Fernsehens ansieht, könnte man annehmen, dass es doch gewisse Ressentiments gegen die Deutschen gibt - sind deutsche Firmen bei Ihnen willkommen und wie sind hier die Erfahrungen?

David Parker: Deutsche Unternehmen investieren bereits seit Jahrzehnten in Wales und sind immer willkommen. Wir haben zur Zeit 54 deutsche Firmen in der Region und unternehmen aktive Anstrengungen den Geschäftsverkehr mit Wales weiter zu erhöhen. Wir haben auch einen Manager, der allein dafür verantwortlich ist, weitere Investitionen aus Deutschland anzuziehen.

ephorie.de: Woran könnte es dann liegen, dass die Region bisher noch nicht ganz so stark auf dem Radar von deutschen Firmen ist, wie beispielsweise einige osteuropäische Länder, wenn es um Nearshoring geht und glauben Sie, dass sich hier ein Bewusstseinswandel einstellen wird?

David Parker: Wir haben erst vor kurzer Zeit begonnen Wales als einen Standort für Shared Services zu vermarkten. Wir intensivieren gerade unsere Bemühungen das Bewusstsein über die vielen Vorteile, welche Wales für Shared Service Geschäfte zu bieten hat, in Europa zu steigern. Wales ist seit einigen Jahren bereits Anziehungspunkt für mehrere Shared Service Centers, wie etwa Corus, Macquarie Bank und HM Prison Service. Diese Erfolge helfen sicherlich dabei, Wales auf die Landkarte für mögliche Shared Services-Standorte zu rücken.

ephorie.de: Stichwort 'Nearshoring' und 'Shared Service Center': Was sehen Sie hier für Trends?

David Parker: Es gibt einen anhaltenden Trend Shared Service Center in den Schlüsselbereichen Human Ressources, IT und Finanzdienstleistungen zu etablieren. So kundschaften Unternehmen aus, welche Option am Besten zu ihren individuellen Bedürfnissen passt, sofern es die Entscheidung für offshoring oder nearshoring betrifft. Viele Organisationen entscheiden sich für eine gemischte Lösung, indem ein Geschäftsbereich offshore und ein anderer onshore angesiedelt wird. Dadurch wird ein optimaler Nutzen aus der Ebene lokaler Bedingungen und den differenzierenden Zeitzonen gezogen. Solche Entscheidungen werden häufig auch durch rechtliche Gegebenheiten bedingt.

ephorie.de: Was bedeuten diese Entwicklungen für Wales?

David Parker: Wales ist hervorragend gelegen, um von diesem Trend zu profitieren. Wales hat sich als Shared Sevices Standort bewährt mit Firmen wie Laura Ashley, Tesco, Unilever und Logica CMG, die ihre Geschäfte in Wales etabliert und ausgebaut haben. Logica CMG hat kürzlich die Expansion ihres auf IT- und Unternehmensprozess spezialisierten Centers bekannt gegeben, was von dem indischen Geschäftsbereich beglückwünscht wurde. Die Kunden können nun wählen, wo sie lieber an der Abwicklung des jeweiligen Projekts arbeiten. Das gibt dem Unternehmen die benötigte Flexibilität, um sicherzugehen, dass die genauen Erfordernisse der Kunden getroffen werden.

ephorie.de: Herr Parker, möchten Sie zum Schluss noch eine Botschaft an unsere Leser - Manager und Führungskräfte im deutschsprachigen Raum - richten?

David Parker: Wenn man Ausschau nach einer stabilen, unterstützenden Umgebung hält für den Aufbau eines Shared Sevice Centers, dann ziehen Sie Wales in Erwägung. Mit der Verfügbarkeit an qualifizierten Personal, Immobilien-Optionen, günstigen Konditionen, finanzieller Unterstützung und der Hilfe der WDA bei dem Auf- und Ausbau gegenwärtiger Standorte, wird Wales zu einem attraktiven Angebot. Wir würden uns freuen, die ersten deutschen Shared Service Center in Wales begrüßen zu dürfen!

Kontakt

Welsh Development Agency (WDA)

David Parker

Project Manager Business Services

Tel.: +44 (0) 29 2082 881

Fax: +44 (0) 29 202 3243

Mobile: +44 (0) 7796 991271

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