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Wunderwaffe ohne Wunderwirkung

Nach dem Outsourcing betreiben erste Firmen Backsourcing

Outsourcing scheint als Dauerthema keinem Konjunkturzyklus zu unterliegen. Zu Zeiten der New Economy galt es als probates Mittel, den Mangel an Experten für Informationstechnologie auszugleichen und sich den Zugriff auf neue Technologien zu sichern. Inzwischen ist es als Kostensenker bekannt. Damit wird Outsourcing zum Wendehals und zur Geheimwaffe der IT-Industrie. Deren Botschaft lautet: So oder so, wir kriegen euch!

Allerdings: Was ist Outsourcing? Es sind mehr als 30 Begriffe in Gebrauch, die auf „-sourcing“ enden. Hätten Sie gerne Total-Outsourcing oder doch lieber selektives? Vielleicht ein bisschen Multi-Sourcing – oder doch Insourcing? Oder wie wäre es mit internem Outsourcing? Die Begriffsverwirrung ist perfekt, eins ist jedoch klar: Die Frage lautet längst nicht mehr, ob man outsourcen soll, sondern welche IT-Leistungen man wo am klügsten bezieht.

Eastman Kodak war Vorreiter

Angefangen hat alles mit einem Megadeal: 1989 vergab das Fotounternehmen Eastman Kodak die Abwicklung seiner IT-Arbeit für zehn Jahre an IBM und DEC. Seitdem sind fast 15 Jahre vergangen. Genug Zeit, um ein kurzes Resümee zu ziehen.

Erstens: Outsourcing ist in keinem Fall eine Wunderwaffe. Dass Outsourcing auf den ersten Blick oftmals günstiger erscheint, beruht eher auf knallhartem Kostenmanagement und weniger auf Degressionseffekten. Das bedeutet aber auch, dass die vielen kleinen, aber wichtigen Dinge wegfallen, die eine interne IT-Abteilung nebenbei erledigt.

Zweitens: Es gibt erfolgreiche Outsourcing- Projekte und solche, die scheitern. Eine verblüffende Einsicht ist, dass dies an den Kunden liegen muss. Warum? Weil die Dienstleister immer dieselben sind. Je mehr Erfahrungen Kunden mit dem Thema haben und je realistischer ihre Erwartungen sind, desto besser verlaufen die Projekte. Dies heißt aber auch, dass die Dienstleister ein ureigenes Interesse an der Professionalisierung ihrer Kunden haben müssen.

Backsourcing als neuer Trend

Drittens: Bisher galt selektives Auslagern als deutlich erfolgreicher als das Outsourcing ganzer Abteilungen. Dies scheint sich zu ändern – inzwischen sind auch immer mehr Projekte der ersten Art erfolgreich. Auch dies hat mit größerer Erfahrung und realistischen Erwartungen auf Seiten der Kunden zu tun.

Viertens: Es gibt einen neuen Trend: Backsourcing, also die Rückabwicklung von ehemaligen Outsourcing- Verträgen, welche sich als erfolglos herausgestellt haben. Nach dem Motto „Wenn es kracht, dann kracht es richtig“ bringen enttäuschte Firmen im großen Stil ihre IT wieder zurück nach Hause.

Fünftens: On-Demand- oder Utility- Outsourcing, also der Bezug von Computerleistung nur in dem Maße, wie sie gerade gebraucht wird. Dies hätte die Vorteile, dass flexibel nach Leistungsbezug abgerechnet werden könnte, als handelte es sich um Wasser oder Strom. So die Theorie. Wie dies funktioniert, wird sich zeigen. Also, erst einmal die Finger davon!

Sechstens: Es gibt ein Erfolgsgeheimnis für erfolgreiches Outsourcing. Das permanente und kompetente Controlling des Dienstleisters – und dies, das ist gewiss, wird sich niemals outsourcen lassen.

Der Original-Artikel im pdf-Format:

pdf-Datei Holger von Jouanne-Diedrich:
Wunderwaffe ohne Wunderwirkung

Dieser Artikel von ephorie-Chefredakteur Holger von Jouanne-Diedrich erschien am 11. Februar 2004 in der Sonderbeilage 'Outsourcing' der Financial Times Deutschland (FTD), S. 6.

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