Ein Freund von mir sagt immer: "Statussymbole? Das habe ich doch gar nicht
nötig!" Genauso beginnt auch dieses Buch dessen einer Autor immerhin
Nachfahre des legendären Knigge ist. Und weiter: "Das ist die
Standardreaktion: [...] Statussymbole haben nämlich immer nur die anderen.
Die Doofen. Die Dummen. Diejenigen, die sowieso niemand ernst nimmt."
An späterer Stelle
im Buch wird diese Argumentation noch einmal aufgenommen und der
dialektische Charakter dieser Zeichen der Macht
entschlüsselt: "'Nicht nötig haben' - das ist das Zauberwort in diesem
Kartenset. Wer alles hat, hat gar nichts nötig. Weder Luxus noch
Lifestyle - und erst recht keine Statussymbole. Und
so werden die Ablehnung von Prestigedenken und der Verzicht auf alle
Statussymbole selbst zum Prestigepunkt und Statussymbol."
Mit leichter Hand und vielen Beispielen ist ein teils tiefgründiger, teils
seichter Blick auf das tägliche Fegefeuer der Eitelkeiten gelungen. Zwischen
Gesellschaftsanalyse und Ratgeberbuch pendeln dabei die einzelnen Themen zu
den Symbolen des Erfolgs, der Tradition, des Wissens, der Dynamik, des
Gemeinsinns, der Weltoffenheit und der Bescheidenheit. Ja, auch
Bescheidenheit kann ein Statussymbol sein: So bekennt z.B. Luxuslabel-Boss
Baldessarini freimütig: "Ich trage problemlos seit zehn Jahren den gleichen
Trenchcoat." Sind dies dann des Kaisers neue Kleider,
die ja bekanntlich Leute machen?
Statussymbole befinden sich in ständigem Wandel: "Früher
heftete man sich Auszeichnungen an die Brust, heute schiebt man sein Gesäß
hinein", womit dann die verschiedenen statusträchtigen Fortbewegungsmittel
der Neuzeit gemeint sind. Dazu noch ein persönlicher Tipp: Wenn man Sie
belächelt, dass Sie keine Senator-Karte zum Einchecken haben, sagen Sie
einfach, dass Sie heute nur ausnahmsweise Linie fliegen, da Ihr Privatjet in
der Wartung ist. In die Lounge kommen Sie so zwar immer noch nicht, ist aber
auch nicht schlimm: Wussten Sie, dass der größte Renner dort Gummibärchen
sind? Und die können wir uns doch auch gerade so noch
leisten!